Mit dem neuen Milchaustauscher wird weniger unverdautes Eiweiß und damit Stickstoff ausgeschieden.
IMAGO / Martin Wagner
Mit dem neuen Milchaustauscher wird weniger unverdautes Eiweiß und damit Stickstoff ausgeschieden.
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An der Hochschule Osnabrück ist ein Milchaustauscher für Kälber entwickelt und erfolgreich getestet worden, der weniger Eiweiß als handelsübliche Produkte enthält. Das entwickelte Fütterungskonzept bietet sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile.

Beim neu entwickelten Milchaustauscher würden neben Eiweiß aus Milchbestandteilen auch pflanzliche Eiweiße aus Weizen eingesetzt, gleichzeitig der Eiweißgehalt reduziert und stattdessen gezielt freie Aminosäuren zugesetzt, teilt die Hochschule mit. Betriebswirtschaftlich sei das vorteilhaft, weil die Kosten für das Futter durch die eiweißreduzierte Multiphasenfütterung um 5 Euro pro Tier gesenkt würden. Darüber hinaus werde der Stoffwechsel der Tiere entlastet, was zu mehr Tierwohl führe. Positiv auf die Umwelt wirke sich aus, dass durch den neuen Milchaustauscher weniger unverdautes Eiweiß und damit Stickstoff vom Tier über Kot und Harn ausgeschieden werde, erläuterte die Hochschule weiter. Somit reduziere sich die Stickstoffmenge, die über den Mist auf die Felder gelange, und gleichzeitig das Risiko einer Nitrateinbringung ins Grundwasser.

Laut Angaben der Hochschule wurden in der Studie 48 Kälber mit einem handelsüblichen, hochwertigen Milchaustauscher gefüttert. Eine Vergleichsgruppe habe dasselbe Futtermittel nur bis zum Alter von vier Wochen bekommen, danach sei über einen Zeitraum von drei Wochen schrittweise auf das neue Produkt gewechselt worden. Um die Entwicklung der Kälber zu begutachten, seien sie regelmäßig gewogen und ihre Gesundheit dokumentiert worden. Die Kälber hätten sich bei gleicher Gesundheit genauso gut entwickelt wie ihre Artgenossen, die das Standardfutter erhalten hätten. AgE

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