SFR
Artikel anhören
:
:
Info
Abonnenten von agrarzeitung Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.

Im November 2020 wurde bei Schothorst Feed Research (SFR, NL) ein Methanemissionsprojekt gestartet. Die aktuellen sozialen Probleme im Zusammenhang mit Emissionen aus der Tierhaltung erfordern pragmatische Lösungen.

Der SFR untersucht daher, wie der Ausstoß von Treibhausgasen durch eine ausgeklügelte Fütterung von Nutztieren verringert werden kann. Bisher wurde dieses Projekt aus dem eigenen Innovationsbudget von SFR finanziert. Eine Zusammenarbeit mit anderen interessierten Parteien ist in Zukunft sicherlich möglich.

Methan ist ein wichtiges Treibhausgas, das unter anderem von Kühen produziert wird. Faktoren wie die Ernährung und die genetische Veranlagung der Kuh bestimmen ihre Methanproduktion. Methan wird durch den Gärungsprozess im Pansen freigesetzt und durch die Zusammensetzung der Ration beeinflusst. Die Forschungsfrage, die sich daraus ergibt, lautet: Wie kann die Zusammensetzung der Ration so angepasst werden, dass möglichst wenig Methan entsteht?
Wie kann man die Methanproduktion einer Kuh messen? Es stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Traditionell werden die Messungen an Kühen in einer klimatisierten Atmungskammer vorgenommen. Dies ist ein luftdichter Raum, in dem 1 oder 2 Kühe untergebracht sind. Während der Untersuchung, beispielsweise 24 oder 48 Stunden lang, wird die Zusammensetzung der gesamten ein- und ausgehenden Luft gemessen, einschließlich Methan. Das Ergebnis ist die Methanproduktion der Kuh. Diese Methode ist für den Forschungsansatz nicht geeignet, da SFR einzelne Tiere innerhalb einer Herde über einen längeren Zeitraum hinweg überwachen möchte.

Messverfahren

SFR vergleicht verschiedene Messmethoden, die geeignet sein könnten, die Methanproduktion der einzelnen Kühe im aktuellen Stall täglich zu messen. Auf diese Weise lassen sich die Auswirkungen unterschiedlicher Rationszusammensetzungen auf die Methanproduktion in großem Maßstab untersuchen. Ein Gerät zur Messung der Methanproduktion, der Greenfeed, ist seit einigen Jahren auf dem Markt. Dieses Gerät ist eine Kraftfutterbox, die die Kuh erkennt, wenn sie die Box betritt, und die Luft absaugt, die die Kuh beim Fressen produziert. Die Menge der abgesaugten Luft und der Methangehalt in dieser Luft werden automatisch gemessen. Mit diesen Daten wird die Methanproduktion berechnet. Die Messmethode ist in der Praxis relativ einfach anzuwenden und liefert eine gute Abschätzung der Methanproduktion bei der Fütterung in der Kraftfutterbox. Dieses Messsystem wurde in den vergangenen sechs Monaten im Stall eingesetzt. Es wurde eine Referenz aufgebaut.
In der Zwischenzeit wurde eine zweite Lösung, nämlich eine SnifferSchnüffelmethode, weiter untersucht. Bei der Sniffer- oder Schnüffelmethode werden Atemluftproben an den einzelnen Futtertrögen der Kühe entnommen. Auf dem Milchviehbetrieb von SFR fressen die Kühe nicht an einem gemeinsamen Fressgitter, sondern jede Kuh hat ihren eigenen Futtertrog, so dass die individuelle Futteraufnahme pro Kuh genau gemessen werden kann. In der abgesaugten Luft wird der Methan- und CO2-Gehalt analysiert. Aus dem Verhältnis von Methan zu CO2 kann dann die Methanproduktion pro Kuh berechnet werden. Darüber hinaus kann die gemessene Methanproduktion mit den Fütterungs- und Produktionsdaten der einzelnen Kuh verknüpft werden. Auf diese Weise kann der Zusammenhang zwischen Rationszusammensetzung, Futteraufnahme und Methanproduktion untersucht werden.

Methan als Parameter

In einer ersten Testphase wurde anhand einiger Versuchsanordnungen überprüft, ob die Sniffer-Methode ihre Messungen in der richtigen Weise und zum richtigen Zeitpunkt durchführt. Diese wurden dann mit den Daten aus dem Greenfeed verglichen. Es wird nun geprüft, ob sich die Sniffer-Methode für eine Weiterentwicklung zu einem System eignet, das in die aktuelle Praxissituation von SFR passt. Sobald eine endgültige Entscheidung für eines der beiden Messsysteme gefallen ist, kann Methan als Parameter in künftige Studien einbezogen werden.

Newsletter-Service agrarzeitung

Mit unseren kostenlosen Newslettern versorgen wir Sie auf Wunsch mit den wichtigsten Branchenmeldungen

 

    stats