Viel frische Luft, gering verschmutzte und trockene Flächen senken die Ammoniakemissionen um ein Drittel.
Foto: WLV
Viel frische Luft, gering verschmutzte und trockene Flächen senken die Ammoniakemissionen um ein Drittel.
Artikel anhören
:
:
Info
Abonnenten von agrarzeitung Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.

Für ein optimales Klima im Milchviehstall sind niedrige Temperaturen, Luftwechsel und ein gutes Reinigungsmanagement wichtig. Das vermindert auch die Ammoniakemissionen zeigen aktuelle Ergebnisse der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Die Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung in Deutschland müssen gemäß der „Verordnung über nationale Verpflichtungen zur Reduktion der Emissionen bestimmter Luftschadstoffe“ bis 2030 gegenüber dem Stand von 2005 um 29 % gesenkt werden. Aktuelle Forschungsergebnisse der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zeigen, dass beim Milchvieh ein gutes Management und Stallklima wesentlich zur Senkung dieser Emissionen beitragen kann. In dem Projekt haben Forscher Außenklimaställe für Milchvieh untersucht, die den Tieren durch zusätzliche Laufhöfe ein Mehr an Bewegungsraum, Licht und Frischluft bieten.

Hygiene ist zentral

Dabei wurde ermittelt, dass aus solchen Milchviehställen zwischen 8 kg und 15,5 kg und aus den Laufhöfen zwischen 2 kg und 6 kg Ammoniak pro Tier und Jahr freigesetzt wurden. Zur Messung der Ammoniakemissionen aus frei belüfteten Haltungssystemen kamen laut LfL ausgefeilte Verfahren zum Einsatz. Hierbei spielte die Eigenschaft von Gasen eine Rolle, Nahinfrarotlicht bestimmter Wellenlänge aufzunehmen. Mit speziellen Lasermessgeräten konnte so der Gehalt vonAmmoniak und Kohlendioxid bestimmt werden. Erwartungsgemäß stellte sich heraus, dass stark verschmutzte feuchte Laufflächen besonders viel Ammoniak in die Luft entlassen. Im Vergleich zu gering verschmutzten, trockenen Flächen setzten diese in den Versuchen die drei bis dreieinhalbfache Menge an Ammoniak frei.

Schattenbereiche im Sommer hilfreich

Bei sommerlichen Temperaturen und zu geringem Luftwechsel kann sich das Gas im Stall anreichern und dort für „dicke Luft“ sorgen. Ein ausreichend beschatteter Laufhof im Freien, den die Tiere direkt vom Stall aus erreichen können, kann dann für Entlastung sorgen. Dieser wird von den Kühen häufiger benutzt, wenn er mit einem zusätzlichen Futtertisch und Liegeboxen ausgestattet wird. Dadurch entsteht zwar ein Teil des Ammoniakgases direkt im Freien; es lässt sich aber erreichen, dass bei gutem Management insgesamt nicht viel mehr davon in die Umwelt gelangt. Zudem lassen sich die Ammoniakemissionen im Stall laut LfL bei optimalem Stallklima - unter anderem durch niedrigere Temperaturen, ausreichenden Luftwechsel und gutes Reinigungsmanagement - um bis zu 30 % verringern. AgE

    stats