Neben China erwartet der IGC auch für die EU einen geringeren Bedarf an Futterweizen.
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Neben China erwartet der IGC auch für die EU einen geringeren Bedarf an Futterweizen.
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Die Verwendung von Getreide zur Verfütterung wird im Wirtschaftsjahr 2022/23 nicht mehr so stark zunehmen wie in den Vorjahren. Der Internationale Getreiderat (IGC) sieht die betreffende Menge bei insgesamt 1,039 Mrd. t; das wären lediglich 0,7 % mehr als die Schätzmenge für die laufende Saison.

An Weizen dürften dabei in der kommenden Vermarktungsperiode den Londoner Experten zufolge 146,5 Mio. t in die Tröge wandern, was einer Abnahme gegenüber 2021/22 von 0,6 % bedeuten würde. Dies wäre der zweite Rückgang in Folge; die erwartete Menge würde aber noch über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

China braucht weniger Futterweizen

In China hätten die Mischfutterunternehmen in den vergangenen Jahren größere Mengen Weizen von staatlichen Auktionen bezogen, und der Futtermittelverbrauch sei dort in jüngster Zeit auf ein noch nie dagewesenes Niveau gestiegen, berichtete der IGC. Allerdings werde der Futterweizenverbrauch in China 2022/23 voraussichtlich sinken, zum Teil aufgrund der hohen Preise. Außerdem sei die Teilnahme an den Auktionen inzwischen auf die Mühlen beschränkt worden. Auch für die EU geht der Getreiderat von einer kleineren Nachfrage nach Futterweizen als 2021/22 aus, während für Kanada, die USA und Russland Zuwächse prognostiziert werden.

Mehr Nebenprodukte statt Mais

Mit Abstand wichtigstes Futtergetreide ist bekanntlich der Mais. An Körnermais werden laut IGC 2022/23 voraussichtlich 722,3 Mio. t im Futtertrog landen, was im Vorjahresvergleich einem Plus von 1,5 % entsprechen würde. Damit würde sich das Wachstum jedoch abschwächen, was die Fachleute mit dem insgesamt schwierigen Wirtschaftsklima begründen. Zudem werde das Exportangebot von Mais aus der kriegsgeschüttelten Ukraine und den USA rückläufig sein.

Wie der Getreiderat generell zum Futtermaismarkt feststellt, hat die Entwicklung der Ethanolindustrie in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in den Vereinigten Staaten die Rezepturen für Mischfutter erheblich verändert. Dort würden jetzt Nebenprodukte aus der Ethanolproduktion wie Trockenschlempe und Maiskleberfutter den Mais insbesondere in der Rinderfütterung teilweise ersetzen. Der Anteil dieser Nebenprodukte dürfte noch steigen, da für die Vermarktungssaison 2022/23 eine Zunahme der industriellen Verarbeitung von Mais zu erwarten sei.

Dagegen dürfte gemäß der IGC-Prognose weltweit insgesamt weniger Gerste verfüttert werden. Gerechnet wird hier für das Vermarktungsjahr 2022/23 mit einem Rückgang um 0,4 % auf 104,1 Mio. t. Als Begründung führen die Londoner Experten die aktuell hohen Gerstenpreise an. AgE

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