GVO-freies Eiweißfutter könnte für Bio-Geflügel bald zur Mangelware werden.
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GVO-freies Eiweißfutter könnte für Bio-Geflügel bald zur Mangelware werden.
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Gefügelhalter, die nach EU-Öko-Standards erzeugen, geht womöglich bald das Futter aus. ZDG-Päsident Friedrich-Otto Ripke warnt vor Engpässen und fordert Ausnahmen von der Regel.

Engpässe bei der Versorgung mit Futtermitteln, die nach EU-Öko-Verordnung erzeugt wurden, zeichnen sich in der Geflügelbranche ab. „Ob unsere Halter über den April und Mai hinaus überhaupt noch GVO-freies Eiweißfutter kaufen können, lässt sich derzeit nicht beantworten – mit möglicherweise dramatischen Folgen für die Versorgung mit Bio-Lebensmitteln“, sagt Friedrich-Otto Ripke vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Seit gegen die Ukraine Krieg geführt wird, habe sich die Versorgung mit Futtermitteln grundsätzlich „massiv verschlechtert“, „große Mengen von GVO-freiem Soja und Mais“ seien zudem aus der Ukraine importiert worden und fehlten jetzt „komplett“.

Zudem hake es bei der Versorgung mit GVO-freiem Eiweiß, schildert Ripke weiter. „Das ist leider Fakt“, sagt der Verbandspräsident gegenüber der agrarzeitung (az). „Es droht eine Verknappung an Ei und Fleisch. Aus diesem Grund plädieren wir dafür, dass über ein befristetes Aussetzen der GVO-Freiheit nachgedacht wird“, appelliert Ripke an die Politik. „Geflügel hat im Vergleich die mit Abstand beste Futterverwertung“, versucht Ripke eine Lanze für die Branche zu brechen. „Wenn die Futterversorgung der Tiere jetzt teilweise zusammenbricht, gefährdet das die Ernährungssicherheit der Deutschen. Das muss die Politik durch kluge und konsequente Entscheidungen verhindern“, warnt er.

Seit 2022 gelten strengere Regeln

Seit Januar 2022 gilt die EU-Öko-Verordnung. Bei Schweinen und Geflügel steigt der Anteil betriebseigenen oder regional erzeugten Futters mit Inkrafttreten der Verordnung ab Januar 2022 auf 30 Prozent (bisher 20 Prozent). Die Zufütterung von maximal 5 Prozent konventionellem Eiweißfutter ist ab 2022 nur noch bei Jungtieren, Geflügel bis 18 Wochen, zulässig und soll am 31.12.2026 auslaufen. Nach Prüfung der Marktlage kann dieser Termin ab 1.1.2025 verkürzt oder verlängert werden. Futter von betriebseigenen Umstellungsflächen – das heißt geerntet nach zwölf Monaten Umstellungszeit – ist weiterhin zu 100 Prozent zulässig. Zugekauftes Umstellungsfutter darf ab 2022 nur noch einen Anteil von 25 Prozent (statt bisher 30 Prozent) an der jährlichen Futterration haben. has
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