Anstieg der Futterkosten setzt europäische Landwirte und auch Futterhersteller unter Druck.
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Anstieg der Futterkosten setzt europäische Landwirte und auch Futterhersteller unter Druck.
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Die Rentabilität der Tierhaltungen gerate noch stärker unter Druck, befürchtet der belgische. Verbandes der Futtermittelhersteller (BFA), wenn die Rohstoffe immer teurer werden. In Spanien wollen die Landwirte angesichts deutlich gestiegener Produktionskosten wieder auf die Straße gehen.

Wie BFA-Geschäftsführerin Katrien D'hooghe in Brüssel erklärte, hat die Futtermittelindustrie bislang einen Teil des Anstiegs der Rohstoffkosten abgefedert und tut dies auch weiterhin. „Erneute Erhöhungen der Rohstoffpreise werden aber zweifellos zu einem weiteren Anstieg der Futtermittelpreise führen“, stellte D’hooghe fest. Der BFA-Geschäftsführerin zufolge ist der gewichtete Durchschnittspreis für Futtermittelrohstoffe in den vergangenen Monaten um rund 100 €/t gestiegen. „Erfreulicherweise werden für eine Reihe von Tierproduktionsrichtungen bessere Preise für die Endprodukte erzielt als noch vor ein bis zwei Jahren, zum Beispiel für Milch sowie für Rind- und Geflügelfleisch“, so D‘hooghe. Derweil laste der größte wirtschaftliche Druck auf dem Schweinesektor.

Die Erzeugerpreise für Ferkel und Mastschweine liegen in Belgien nach Angaben des BFA weiterhin deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Bei einer Anhebung des Preises für Schweinefutter um 10 €/t verringere sich die Rentabilität der Mastschweineerzeugung um etwa 3 Cent/kg Lebendgewicht. „Inzwischen befindet sich die belgische Schweinehaltung in der bisher größten Krise dieses Jahrhunderts“, sagte D'hooghe.

Ein Drittel höhere Futterkosten in Spanien

Auch die Landwirte in Spanien stehen angesichts hoher Produktionskosten unter Druck und fürchten um ihre Rentabilität. Sie wollen jetzt ihre Proteste für „gerechte Lebensmittelpreise“ fortsetzen. Wie die großen Bauernverbände COAG, Asaja und UPA berichteten, ist allein innerhalb des zurückliegenden Jahres Strom in Spanien um durchschnittlich 270 % teurer geworden, Diesel um 73 %. Düngemittel hätten sich im Schnitt um 48 % verteuert, Wasser um ein Drittel, Futtermittel um 30 % und Saatgut um ein Fünftel.

Auch Frankreichs Mäster leiden

Die französischen Tierhalter stehen ebenfalls massiv unter Druck. So seien die Geflügelmäster mit einem „spektakulären“ Anstieg der Futtermittelkosten konfrontiert, warnt der Verband Anvol. Nach Angaben der Branchenverbände lag der entsprechende Index des Fachinstituts der Geflügelwirtschaft (ITAVI) im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 29 % höher und kennt seit einem Jahr nur eine Richtung. Ähnlich sei die Lage bei den Schweinehaltern, die sich zusätzlich mit dem Rückgang der Schlachtschweinepreise auseinandersetzen müssen.

Der Verband der Schweinefleischerzeuger (Inaporc) geht davon aus, dass ein Mastbetrieb durchschnittlicher Größe im Zeitraum Oktober 2021 bis März 2022 zwischen 80.000 € und 120.000 € Verlust einfahren wird. AgE

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