In Folge des aktuellen Seuchenzugs mussten in Frankreich bereits mehr als 600.000 Tiere getötet werden.
imago/ Hans Lucas
In Folge des aktuellen Seuchenzugs mussten in Frankreich bereits mehr als 600.000 Tiere getötet werden.
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Nach weiteren Fällen der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in Nutzgeflügelhaltungen im Südwesten Frankreichs hat die Pariser Regierung die Biosicherheitsmaßnahmen verschärft. Auch in der Tschechischen Republik und in Slowenien werden Ausbrüche vermeldet.

So ist in Frankreich das Aufstallen von Eintagsküken aller Arten bis zum 7. Januar in einem Umkreis von 20 km um die Ausbruchsorte verboten. Wie das Pariser Agrarressort mitteilte, können diese Schutzmaßnahmen je nach der Entwicklung der Situation auch verlängert werden. Neben dem Transportverbot in der eigentlichen Sperrzone gilt außerdem für den erweiterten Umkreis, das bei der Verbringung von Geflügel ein spezielles Gesundheitsprotokoll einzuhalten ist.

Die Brütereien, deren Bruteier vernichtet werden müssen, und die von diesen Schutzmaßnahmen betroffenen Landwirte sollen mit wirtschaftlichen Begleitmaßnahmen unterstützt werden. Seit dem ersten Ausbruch im Südwesten Frankreichs am 16. Dezember wurden 22 weitere Geflügelpestfälle in den Départements Pyrénées-Atlantiques, Gers und Landes verzeichnet. Dem Landwirtschaftsministerium zufolge mussten seit Beginn des aktuellen Seuchenzuges bereits mehr als 600.000 Tiere getötet werden.

Weitere Fälle in der Tschechischen Republik

In einem Geflügelbetrieb in Libotenice in der Tschechischen Republik wurde vergangenen Woche ein Ausbruch der Vogelgrippe des Typs H5N1 gemeldet. Von den 188.000 Vögeln des 60 Kilometer nördlich von Prag gelegenen Betriebs sind über die Weihnachtsfeiertage mehr als die Hälfte verendet, meldet Euronews. Nach Angaben der staatlichen Veterinärverwaltung handelt es sich um einen der größten Ausbrüche in der Geschichte des Landes. Die Landwirtschaftskammer der Tschechischen Republik schätzt den Schaden auf 20 Millionen CZK (802.005 €).

Ein weiterer Ausbruch der Vogelgrippe wurde in Hovorany, in der südmährischen Region der Tschechischen Republik, festgestellt. Am Montag vergangener Woche meldete der Besitzer einer Fasanenfarm das Massensterben von etwa 1.000 Vögeln. Das staatliche Veterinäramt bestätigte daraufhin, dass die Fasane mit dem Vogelgrippevirus infiziert waren und dass weitere 5.000 Vögel getötet werden sollen.

Nun auch Slowenien betroffen

Das Balkanland Slowenien meldete am Montag vergangener Woche den Ausbruch des hochpathogenen Vogelgrippevirus H5N1 in einem kleinen Geflügelbetrieb im Osten des Landes, wie die slowenische Behörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (UVHVVR) mitteilte. Die Vogelgrippe wurde erstmals bei einem Schwan festgestellt. "Dies ist der erste derartige Fall in Slowenien. Wir haben so etwas noch nie gesehen, obwohl wir einige Erfahrung mit Wildvögeln haben", erklärte Breda Hrovatin vom staatlichen Sektor für Tiergesundheit und Tierschutz.

Am Dienstag vor einer Woche war ein kleiner Bauernhof im Nordosten Sloweniens unter Quarantäne gestellt worden, nachdem ein Fall von Vogelgrippe festgestellt worden war. Die slowenischen Behörden bestätigten außerdem, dass der Ausbruch der Vogelgrippe in einem kleinen Betrieb in Slovenska Bistrica unter Kontrolle sei, nachdem ein Tierarzt am Sonntag eine Zunahme der Todesfälle bei Geflügel in diesem Betrieb gemeldet hatte. Die Behörden erklärten, dass in den infizierten Gebieten alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen worden seien, und forderten die Landwirte auf, alle neuen Verdachtsfälle unverzüglich zu melden.

Seit Anfang Dezember wurden in ganz Europa zahlreiche Fälle von H5N1-Vogelgrippe gemeldet, und Tierärzte gehen davon aus, dass das Virus weiterhin über Zugvögel zirkulieren wird. AgE, Euronews

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