Der Geflügelpest in Europa fallen auch sehr viele Putenbestände zum Opfer.
IMAGO / Marius Schwarz
Der Geflügelpest in Europa fallen auch sehr viele Putenbestände zum Opfer.
Artikel anhören
:
:
Info
Abonnenten von agrarzeitung Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.

In weiten Teilen Mittel-, Nord- und Osteuropas zieht die Seuche weiter ihre Kreise. Die Folge sind teils immense Schäden in der Landwirtschaft.

In Polen bestätigten die Veterinärbehörden in den vergangenen Tagen gleich mehrere neue Fälle der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in Nutzgeflügelhaltungen. Betroffen war dabei zuletzt unter anderem ein Legehennenbetrieb im Kreis Wolsztyn der Wojewodschaft Großpolen mit fast 630.000 Tieren.

Fachleute sehen hier auch nach dem Jahreswechsel keine Anzeichen für ein Abflauen der Tierseuche. Im Jahr 2021 waren landesweit insgesamt 122 HPAI-Ausbrüche in der Tierhaltung verzeichnet worden. Auch in Polen dürfte dies ebenso wie in Deutschland einer der stärksten Seuchenzüge seit langem sein.

Ernste Lage auch in Nordeuropa

In Dänemark musste sich der größte Putenhalter des Landes, die in deutschem Besitz befindlichen APM Danmark A/S, innerhalb weniger Tage mit mehreren Geflügelpestfällen auseinandersetzen. Nachdem die Infektion bereits am Wochenende bei einer Haltung auf der Insel Lolland festgestellt worden war, folgte gestern ein weiterer Betrieb der Unternehmensgruppe auf Seeland. Insgesamt müssen nun 60.000 Puten gekeult werden.

Während Schweden im Herbst noch lange verschont geblieben war, hat die Geflügelpest dort im Dezember aber ebenfalls deutlich Fahrt aufgenommen. Die Landwirtschaftsbehörde Jordbruksverket meldete für den letzten Monat des vorigen Jahres insgesamt sechs Ausbrüche in der Landwirtschaft, wobei auch größere gewerbliche Haltungen mit bis zu 20.000 Junghennen betroffen waren. Die Behörde warnte daher vor einer „ernsten Lage“ und appellierte an Landwirte und Hobbyhalter, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen.

Putenhaltungen betroffen

Auch in Deutschland wurden wegen der Geflügelpest über den Jahreswechsel weitere Verluste in der Geflügelhaltung verzeichnet. Im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland wurde kurz hintereinander der Geflügelpesterreger H5N1 in zwei Putenmastanlagen mit 16.500 beziehungsweise 19.000 Tieren nachgewiesen. Laut den Behörden wurden alle erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung der Geflügelpest eingeleitet. Dies beinhaltet neben der Nottötung aller Puten die Einrichtung der üblichen Schutz- und Überwachungszonen.

In Frankreich berichtete das Landwirtschaftsministerium heute von nunmehr insgesamt 41 Ausbrüchen der HPAI in Nutzgeflügelbeständen, 20 Fällen bei Wildgeflügel und drei Ausbrüchen in Privathaltungen. AgE

    stats