Eine Insektenart, die bereits erfolgreich in WEDA-Anlagen gefüttert wird, ist die schwarze Soldatenfliege. Die Larve der bis zu 17 Millimeter langen Fliege verwertet nahezu alle organischen Reststoffe. Daraus gehen, je nach Futterzusammensetzung, Larven mit einem Proteingehalt von bis zu 55 Prozent hervor.
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Eine Insektenart, die bereits erfolgreich in WEDA-Anlagen gefüttert wird, ist die schwarze Soldatenfliege. Die Larve der bis zu 17 Millimeter langen Fliege verwertet nahezu alle organischen Reststoffe. Daraus gehen, je nach Futterzusammensetzung, Larven mit einem Proteingehalt von bis zu 55 Prozent hervor.
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Die internationale Plattform Insekten für Lebens- und Futtermittel IPIFF fordert schnellere Fortschritte in Brüssel: erleichterte Zulassung von Produkten und eine Untersuchung zur Verwendung von Lebensmittelabfällen in der Produktion. Nur so könne der Sektor zu den Zielen nach Klimaneutralität der EU beitragen.

Der europäische Insektensektor bekräftigte sein Engagement für die Ziele des "EU Green Deal" im Rahmen des informellen Treffens der Umweltminister der Europäischen Union. Wie IPIFF-Präsidentin Adriana Casillas betonte, "sind die regulatorischen Entwicklungen ab 2021 von entscheidender Bedeutung für die Stärkung der Position der europäischen Insektenindustrie als wichtiger Akteur in Bezug auf Innovation und Umweltleistung". Diese Reformen seien auch eine Gelegenheit, "weitere Prioritäten zu setzen, die den Beitrag unseres Sektors zu den Klimaneutralitätszielen der EU maximieren können - im Einklang mit dem politischen Fahrplan der IPIFF", ergänzte der erste Vizepräsident der IPIFF, Dr. Aman Paul.

Antoine Hubert unterstrich die strategische Bedeutung neuer Wirtschaftszweige wie der Insektenzucht für den "Übergang zu einer klimaneutralen europäischen Wirtschaft". Laut dem 2. IPIFF-Vizepräsidenten bieten die EU-Strategie "Vom Bauernhof zum Bauernhof" und der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft die richtige Richtung, um die wachsende Belastung durch Lebensmittel in der EU zu verringern - und der Insektensektor ist bestrebt, hier seinen Beitrag zu leisten. Wir führen Gespräche mit den Dienststellen der Europäischen Kommission und den Behörden der Mitgliedstaaten, um die Zulassung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Produkten - wie ehemalige Lebensmittel mit Fleisch und Fisch - zu erleichtern und gleichzeitig die mögliche Verwendung von Speiseabfällen als Substrat für Insekten zu untersuchen.

Aufbauend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen - und auf früheren Sicherheitsbewertungen durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) - sind wir zuversichtlich, dass eine solche Reform der Rechtsvorschriften unseren Übergang zu kreislauforientierten Geschäftsmodellen in der Landwirtschaft beschleunigen und gleichzeitig die Lebensmittelverschwendung bekämpfen kann", so Hubert abschließend.

Laut der "Farm to Fork"-Strategie machen die auf EU-Ebene anfallenden Lebensmittelabfälle "etwa 6 % der gesamten EU-Emissionen" aus. Das entspricht dem Doppelten der Emissionen, die ein Land von der Größe Belgiens jährlich verursacht", so Chloé Phan Van Phi, Vertreterin des IPIFF-Exekutivkomitees und zuständig für Kreislaufwirtschaft. Das bedeutet, dass wir unsere Bemühungen zur Reduzierung dieser Emissionen auf allen Ebenen beschleunigen sollten, auch durch ein sicheres Upcycling bestimmter Nebenströme durch Insektenzucht", schloss Frau Phan Van Phi.

Im Zusammenhang mit den Initiativen der nationalen EU-Behörden sind die IPIFF-Mitglieder auch der Ansicht, dass die Anerkennung von Insektenproduktion im Rahmen nationaler Förderprogramme (z. B. Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums, COVID-19-Wiederauffüllungspläne) neue Wachstumsmöglichkeiten bieten könnte.

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