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Jeder sechste deutsche Schweinehalter will innerhalb der kommenden zwei Jahre zumachen.
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Jeder sechste deutsche Schweinehalter will innerhalb der kommenden zwei Jahre zumachen.
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Die Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland steht vor einem Umbruch. In einer Umfrage der ISN geben viele Betriebe an, bald aussteigen zu wollen.

Der Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zufolge will die Hälfte der deutschen Betriebe in den kommenden zehn Jahren aufhören. Bei manchen ist die Perspektive sogar eher kurzfristiger: Jeder sechste will innerhalb der kommenden zwei Jahre zumachen – und bei den kleineren Betrieben liegt die zeitnahe Aufgabe bei zwei bis fünf Jahren. Die ISN hatte im Juli und August mehr als 1.000 Schweinezüchter und -mäster befragt.

Die Schweinehalter gaben in der Umfrage an, unter der Summe von Auflagen zu leiden sowie keine Planungssicherheit und nur mangelnde Perspektiven zu haben. Die Politik sei deshalb gefordert, dem entgegenzuwirken.

"Sand im Getriebe"

Der ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes sagte laut einer Mitteilung: "Wir müssen feststellen, dass in der abgelaufenen Legislaturperiode viel über die Umgestaltung der Schweinehaltung diskutiert wurde – mit durchaus richtigen Ansätzen im Rahmen der Borchert-Kommission. Doch die verschiedenen Parteien und Ministerien haben sich, wo es nur ging, gegenseitig Sand ins Getriebe gestreut. Geblieben sind viele Baustellen und noch mehr Fragen. Den Schaden haben wir Bauern."

Hinzu kommt noch die derzeitige Preiskrise, die die Situation seit der Umfrage nochmals verschärft hat. Das Risiko einer Fehlinvestition sei hoch, weil verschärfte Haltungsvorgaben für Schweine kostenintensive Anpassungen der Ställe erforderten. Mit der Betriebsaufgabe in Deutschland werde die Tierhaltung ins Ausland verlagert.

Nur wenige wollen expandieren

Konkret gaben in der personalisierten Umfrage rund 60 Prozent der Sauenhalter und 40 Prozent der Schweinemäster an, in den nächsten zehn Jahren aufhören zu wollen. Nur 6 bzw. 8 Prozent wollen ihre Betriebe ausbauen. Unter dem Strich werde dadurch der Schweinebestand in den nächsten Jahren um 25 bis 30 Prozent sinken, hieß es.

Die aktuellen Ergebnisse zeigten noch einmal eine deutlich verschärfte Lage im Vergleich zur letzten Umfrage 2018, als ebenfalls Name und Betrieb zu jedem ausgefüllten Fragebogen bekannt waren. "Die Zahlen von damals haben sich im Nachhinein übrigens sehr genau bestätigt", so die ISN in der Mitteilung.

Der Beitrag erschien zuerst auf agrarzeitung.de

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