Bis zum Jahr 2030 müssen die CO2-Emissionen um 55 Prozent reduziert werden, ab 2050 will die EU klimaneutral sein.
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Bis zum Jahr 2030 müssen die CO2-Emissionen um 55 Prozent reduziert werden, ab 2050 will die EU klimaneutral sein.
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Ein kostenloses Internetprogramm zur einfachen Ermittlung der Treibhausgas-(THG)-Emissionen von Unternehmen hat das Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim in einer Kooperation entwickelt. Dadurch ist eine Klimabilanzierung einfach zu erstellen.

Wie die Hochschule mitteilte, wurde der betreffende „scope3analyzer“ auf der Webseite des Thinktanks für die öffentliche Nutzung freigeschaltet. Die Ermittlung eines betrieblichen „Carbon Footprint“ sei der erste wichtige Schritt auf dem Weg zum Klimaschutz in Unternehmen. Das Programm, das die Hochschule gemeinsam mit dem Thinktank für industrielle Ressourcenstrategien in Karlsruhe und der Systain Consulting GmbH in Hamburg entwickelt hat, sei bereits ausgiebig mit Praxispartnern aus der Industrie getestet worden und ermögliche einen sehr einfachen Einstieg in die Klimabilanzierung. Damit könnten die Emissionen unmittelbar auf Basis vorliegender Einkaufs- und Verbrauchsdaten des Unternehmens anonymisiert berechnen werden.

Die Berichtsmethodik werde von gängigen internationalen Standards wie dem Greenhouse Gas Protocol, dem Carbon Disclosure Project sowie der Science Based Targets Initiative akzeptiert. Nach Angaben der Hochschule wird der Emissionsbeitrag der Lieferkette mit volkswirtschaftlichen Daten abgeschätzt. Dabei könnten sogar die Emissionen der Vor-Vorprodukte aus Asien oder anderen Weltregionen einbezogen werden. Dies führe zu einem umfassenden Bild des unternehmerischen Handelns und ermögliche die Identifikation der Hotspots von THG-Emissionen. Zusätzlich würden die direkten Emissionen vor Ort und die indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie errechnet.

Laut Projektleiter Prof. Mario Schmidt entfaltet der „scope3analyzer“ sein Potential, je mehr Lieferanten ein Unternehmen hat und je schwieriger es wird, einzelne Zahlen zu recherchieren. „Vor allem aber sollen die Daten nach der gleichen Methode erhoben und somit vergleichbar sein. Das wird durch die von uns eingesetzte Methode sichergestellt“, sagte Schmidt. Die Entwicklung wurde gefördert von Baden-Württembergs Umweltministerium.



Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.

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