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Der Klimaschutzplan der Bundesregierung sieht unter anderem vor, den jährlichen CO2 Ausstoß in der Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 um 13 Mio. t zu reduzieren. Der Tierfütterung könnte bei der Umsetzung eine wichtige Rolle zukommen: Allein durch eine regionale, roggenbetonte Fütterung, die auch Anteile an Raps enthält, könnte der jährliche CO2 Ausstoß in der Schweinemast um mehr als 20 Prozent gesenkt werden. Diese Ergebnisse liefert das „6-R-Konzept“, an dem KWS als Industriepartner maßgeblich beteiligt ist.
 
Dass Hybridroggen gegenüber Weizen den CO2 Ausstoß um bis zu 80 kg je Tonne Ertrag reduzieren kann, war bereits aus vorangegangenen Untersuchungen bekannt. Begründet liegt das darin, dass Roggen deutlich weniger Dünger als Weizen benötigt, Roggen hat einen wesentlich niedrigeren Wasserbedarf und besitzt generell eine sehr gute Pflanzengesundheit. Den wissenschaftlichen Nachweis, dass roggenbetonte Futtermischungen den CO2 Ausstoß in der Schweinemast um mehr als 20 Prozent verringern können, hat nun das „6-R-Konzept“ erbracht. „Wenn alle Schweinemastbetriebe in Deutschland auf ein neues Fütterungskonzept umstellen – und das sind mehr als 18000 Betriebe mit über 17 Millionen Tieren – könnten dadurch jährlich etwa 6,5 Mio. t CO2 in der Landwirtschaft eingespart werden“, erklärt Dr. Andreas von Felde, der bei der KWS LOCHOW GMBH den globalen Bereich Tierfütterung leitet. Die CO2 Einsparungen durch die neuen Fütterungskonzepte kommen, neben den beschriebenen Vorteilen von Hybridroggen, auch dadurch zustande, dass Tierfutter regional produzierbar wird und lange Transportwege entfallen. Heute wird häufig importierter Weizen beigemischt, ebenso wie importierte Sojaprodukte als Eiweißlieferant. Das beeinflusst die CO2 Bilanz natürlich negativ. Hybridroggen hingegen kann in ausreichenden Mengen regional angebaut werden und die heimische Eiweißpflanze Raps kann Soja ersetzen. „Roggen als alte Getreideart, die in unseren Breitengraden beheimatet ist, wurde in der Vergangenheit zunehmend durch Weizen verdrängt. Aber nach und nach erkennt man wieder, welch enormes Potenzial Hybridroggen in ganz vielen Bereichen bietet – und das freut uns", sagt von Felde.
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