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Terilnehmer des internationalen Miavit-Seminars
Miavit
Terilnehmer des internationalen Miavit-Seminars

Anfang September fand am Hauptstandort der MIAVIT GmbH in Essen (Oldb.) ein Seminar zum Thema Antibiotikareduktion in der Geflügelhaltung statt. Hierzu waren 17 Teilnehmer aus 14 verschiedenen Ländern nach Südoldenburg gereist, um die drei Tage zu nutzen und von Experten der MIAVIT GmbH, aber auch von externen Referenten zu verschiedenen Themen rund um die Geflügelhaltung informiert zu werden. Um die Tagung möglichst praxisnah und anschaulich zu gestalten, wurden neben den Fachvorträgen auch zwei Exkursionen veranstaltet.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch ein Grußwort von Dr. Alfons Heseker, Leiter der Wissenschaft im Hause MIAVIT. Insbesondere wurde hier herausgehoben, dass Teilnehmer aus fast allen Teilen der Welt angereist waren, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Von Saudi Arabien, über Kenia, Russland, Malaysia waren zehn weitere Nationalitäten vertreten, was die Veranstaltung für alle Teilnehmer besonders interessant machte. Dr. Heseker motivierte, die Gelegenheit zu nutzen, um voneinander zu lernen.
Anschließend ging es im Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Nicole Kemper vom Institut für Tierhygiene, Tierwohl und Nutztierverhalten der Tierärztlichen Hochschule Hannover um die zunehmende Prävalenz von antibiotikaresistenten Bakterien und die Möglichkeiten, über Fütterung und Haltung der Tiere die Ausbreitung und Etablierung solcher Keime zu vermeiden. Klar hervorgehoben wurde, dass die Nutztierhaltung hier nur einen Beitrag leisten kann, da sie ein Rädchen in einem großen Ganzen sei. Genauso wichtig sei es, in der Humanmedizin noch verantwortungsbewusster mit dem Einsatz von Antibiotika umzugehen.
Dr. Franziska Kloska, Tierärztin im Fachbereich Geflügel im Hause MIAVIT informierte in einem praxisnahen Vortrag über Hygienemaßnahmen, die auf der Farm  und vor allem im Alltag ergriffen werden können, um Bestände gesund zu erhalten. Mit vielen Bildern gab sie den internationalen Teilnehmern zudem einen Einblick in die hiesige Geflügelhaltung.
Um praktische Fütterung von Broilern ging es im nächsten Vortrag von Djanet kleine Holthaus, Agraringenieurin im Fachbereich Geflügel bei der MIAVIT. Insbesondere wurde ein von der MIAVIT durchgeführter Versuch mit 400.000 Broilern vorgestellt, in dem klassische Fütterungsantibiotika durch Umgestaltung der Futter- und Premixrezepturen durch spezielle Fütterungszusätze wie etwa Pro- und Prebiotika ausgetauscht wurden. Es konnte gezeigt werden, dass beide Gruppen – Leistungsförderer und alternative Zusätze- Leistungen auf gleichem Niveau erbrachten.
Am zweiten Tag hatten die Gäste die Möglichkeit sich beim „Speeddating“ an vier verschiedenen Stationen über Arbeitsschwerpunkte der MIAVIT GmbH praxisnah zu informieren.
Maria Twehues informierte über die Möglichkeit das Vorhandensein von Mykotoxinen in Rohwaren  und Geflügelfutter mittels Analytik festzustellen. Die Teilnehmer bekamen die Möglichkeit, Rohwaren optisch zu bewerten, um dann in der Analytik festzustellen, ob eine Kontamination mit Mykotoxinen besteht oder nicht.
Da MIAVIT einer der größten Hersteller für flüssige Ergänzungsfuttermittel ist (beispielsweise flüssige Vitaminmischungen, die in Geflügelhaltungen über das Tränkwasser verabreicht werden) haben Dr. Jan Lippe und Thomas Sieverding mittels verständlicher Experimente die Technologie und Entwicklung von Flüssigkeiten veranschaulicht. Ebenfalls wurden die technischen Möglichkeiten der MIAVIT dargestellt, kritische Substanzen zu mischen und den Gehalt aktiver Substanzen in den Flüssigkeiten zu bestimmen.
An einem weiteren Infostand wurde von Frau Dr. Franziska Kloska der praktische Einsatz eines flüssigen Ergänzungsfuttermittels der MIAVIT vorgeführt und dessen Einfluss auf den pH Wert des Tränkewassers bei unterschiedlicher Dosierung demonstriert.
Djanet kleine Holthaus stellte die Komplexität der Premixformulation und Produktion anhand von Beispielen dar. Veranschaulicht wurde, dass ein fundiertes Wissen über die mehr als 1.000 Rohstoffe, die bei der MIAVIT zu Premixen verarbeitet werden, bestehen muss. Viele Vitamine und Mineralstoffe sind sehr reaktiv und können nur durch den Zusatz von bestimmten Trägerstoffen gemeinsam gemischt werden.
Die Veranstaltung wurde durch zwei Exkursionen abgerundet. In einem Verarbeitungsbetrieb für Biohühnerfleisch konnten sich die Gäste ausführlich über den Biomarkt in Deutschland und in der EU informieren und erhielten bei einer Werksbesichtigung einen Eindruck über die Arbeitsweise in einem modernen Zerlegebetrieb.
Anschließend ging es weiter zu einem Lebensmittel- und Veterinärlabor, wo anschaulich demonstriert wurde, welche Möglichkeiten in Deutschland bestehen, Antibiotikaresistenzen aufzudecken und Krankheitserreger eindeutig zu identifizieren.
Bei gemeinsamen Abend- und Mittagessen hatten die Gäste die Möglichkeit sich untereinander besser kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.

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