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Die Mischfutterproduktion bleibt 2019 auf dem Niveau vom Vorjahr, eine sinkende Entwicklung für die Zukunft ist jedoch absehbar. Das veröffentlichte der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) in seiner Pressetelefonkonferenz am 25.März.
Die Betrachtung der verschiedenen Tierfutterarten zeigt Schweinefutter als größten, stabilen Bereich mit 9,6 Millionen Tonnen, gefolgt von Rinderfutter mit 7,1 Millionen Tonnen, Mastgeflügel mit 4,1 Millionen Tonnen und Legehennenfutter mit 2,2 Millionen Tonnen. Die aufsummierten Mischfutterproduktionszahlen zeigen für das gesamte Jahr insgesamt stabile Werte. Alle Regionen in Deutschland konnten zu diesem Ergebnis gleich beitragen. Allerdings zeigen die sinkenden Tierzahlen im letzten Quartal 2019 deutlich, dass der Trend bereits da schon rückläufig war.
Wie die aktuelle Corona-Krise die weiteren Entwicklungen beeinflussen wird, ist momentan noch nicht klar. Davon unabhängig ist abzusehen, dass sich der Strukturwandel in der deutschen Agrarwirtschaft nach einer kurzen Pause fortsetzen wird. Zudem sind weitere Auswirkungen durch die Tierwohldebatte zu erwarten. All diese Aspekte werden sich entsprechend auf die Futtermittelbranche auswirken. Kluge Lösungen in der Tierernährung sind nun gefragt: Es geht nicht um mehr Menge, sondern um noch höhere Qualität. Beiträge zum Tierwohl, zur Reduzierung der Umweltbelastung und zur Nachhaltigkeit sind auch auf Futtermittelebene möglich. „Uns geht es darum, eine optimale Tierernährung für den Klimaschutz zu gewährleisten und die Landwirte bei ihrem Bestreben zu unterstützen, die Stickstoff- und Phosphorbelastung auf dem Acker zu reduzieren.“, betont Hermann- Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des DVT.
Die von den Landesregierungen und Bundesregierung vorgelegten Strategien und Lösungsvorschläge zur Landwirtschafts- und Umweltpolitik veranlassen die Hersteller von Tiernahrung, sich mit Lösungen einzubringen. Denn die Futtermittelindustrie und damit der ländliche Raum sind von zahlreichen Entscheidungen unmittelbar betroffen. Baaken: „Die Bedeutung und Möglichkeiten der Tierernährung werden in diesem Zusammenhang des Öfteren nicht berücksichtigt. Mit optimierten Futterrationen leisten die Tiernahrungshersteller einen wichtigen Beitrag, der auch dem Klimaschutz zugutekommt.“
Im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Krise werden auch die weltweiten Warenströme neu diskutiert. „Die globale Vernetzung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wir müssen aber resilienter werden, damit das System nicht anfällig für biologische Krisen wird, von denen die Lebensmittelversorgung zweifellos elementar betroffen sein kann“, fordert Baaken.
Tierernährung als einen wichtigen Bestandteil der Lebensmittelwirtschaft und letztlich auch der Kreislaufwirtschaft zu positionieren, ist eine der Aufgaben des Verbands, so beispielsweise auch im Rahmen der „Farm to fork“-Strategie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Teilbereich des Green Deals. Baaken betont: „Wir leisten einen Beitrag für die nachhaltige Landwirtschaft, unter anderem über entwaldungsfreie Lieferketten, klimaneutrale Produktion etc. Wir sehen uns in der Verantwortung, im globalen Rohstoffbezug auch daran mitzuwirken, weltweit an einheitliche Bedingungen mitzuwirken und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“
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