Silvia Bender will den Einsatz von "Pestiziden" auf ökologischen Vorrangflächen nicht erlauben.
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Silvia Bender will den Einsatz von "Pestiziden" auf ökologischen Vorrangflächen nicht erlauben.
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Das Bundeslandwirtschaftsministerium lehnt die Pläne der EU-Kommission, ökologische Vorrangflächen für Pflanzenschutz- und Düngemittel freizugeben, ab. Grüne und FDP sind sich uneins.

Das grün geführte Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) lehnt die Pläne der EU-Kommission, Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) in 2022 für den Einsatz von Pflanzenschutz und Dünger sowie den Anbau verschiedener Kulturarten freizugeben, ab. „Die von der Kommission geplante Freigabe zum Anbau von Futtermitteln inklusive des Einsatzes von Pestiziden steht unseren Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitszielen entgegen“, teilte BMEL-Staatssekretärin Silvia Bender am Donnerstag mit. „Wir sind an schnellen, pragmatischen Lösungen interessiert und setzen diese mit Freigabe der ökologischen Vorrangflächen zur Futternutzung bereits um. Dabei dürfen wir aber nicht das Ziel einer natur- und klimagerechten Landwirtschaft aus den Augen verlieren. Es muss gelingen, globale Ernährungssicherung, Klimaschutz und Biodiversität in Einklang zu bringen“, so Bender weiter.

National haben die EU-Mitgliedstaaten nämlich Spielraum, die Ausnahmeregelungen der EU-Kommission für die ÖVF anzuwenden -oder auch nicht. Danach müssten Landwirt:innen in diesem Jahr theoretisch weder Brachflächen noch den chemiefreien Anbau von Leguminosen oder Zwischenfrüchten nachweisen, um im Rahmen des Greenings ihre vollen Direktzahlungen zu erhalten. Die Grünen tun sich grundsätzlich schwer damit, die ÖVF für jegliche Kulturen und den Einsatz von Pflanzenschutz und Dünger freizugeben.

„Ein Leguminosenanbau kann Sinn machen“, räumt Renate Künast, Agrarsprecherin der Grünen im Bundestag, zwar ein. „Ich bin allerdings sehr klar gegen den Einsatz von Pestiziden auf diesen Flächen. Dieser Eingriff in die Artenvielfalt wäre angesichts des massiven Artenverlustes nicht zu verantworten, zumal es sich bei Brachen um besondere Flächen handelt, zum Beispiel Gewässerrandstreifen“, wertet sie eine Freigabe der ÖVF im Sinne der EU-Kommission kritisch.

Innerhalb der Ampelkoalition werden aber auch Rufe lauter, mehr für die Ernährungssicherung zu tun. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Carina Konrad, forderte von der Bundesregierung, kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen, um Landwirt:innen zu ermöglichen, mehr zu produzieren. has


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