Das USDA erwartet, dass in China in diese Jahr 645 Millionen Schweine geschlachtet werden.
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Das USDA erwartet, dass in China in diese Jahr 645 Millionen Schweine geschlachtet werden.
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Für dieses Jahr erwartet das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) deutlich mehr Schweine in China. Nach den massiven Einbußen durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) wachsen die Bestände wieder. Dadurch könnte der Importbedarf Chinas geringer ausfallen.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die Schweinefleischproduktion in China für das 2022 kräftig heraufgesetzt. In dem gestern veröffentlichten Marktausblick für den globalen Fleischmarkt gehen die US-Experten davon aus, dass dort im laufenden Jahr rund 645 Millionen Tiere geschlachtet werden; im Oktober war nur von 570 Millionen Schlachtungen ausgegangen worden. Die voraussichtliche Schweinefleischerzeugung Chinas bezifferte das USDA für 2022 jetzt auf 49,5 Mio. t, was im Vergleich zur Oktober-Prognose einem Plus von 5,8 Mio. t oder 13 % entspricht. Sollte sich die Schätzung bewahrheiten, würde die Schweineproduktion in der Volksrepublik nach den kräftigen Einbußen durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) das zweite Jahr in Folge wachsen.  

Leichter Dämpfer für Importe

Im Vorjahresvergleich fallen die vom USDA erwarteten Zuwachsraten für die chinesische Schweineproduktion jedoch nicht mehr so deutlich aus. Das Schlachtaufkommen soll gegenüber den bisher noch geschätzten Daten für 2021 um 15 Millionen Tiere oder 2,4 % zunehmen, die Schweinefleischerzeugung um 650.000 t oder 1,3 %. Das Niveau der Zeit vor dem Ausbruch der ASP würde damit übertroffen. Die höhere Produktion wird den Washingtoner Analysten zufolge den Importbedarf der Volksrepublik an Schweinefleisch schmälern. Erwartet wird eine Einfuhr von 4,2 Mio. t; das wären 200.000 t oder 5 % % weniger als 2021, im längerfristigen Vergleich jedoch noch eine überdurchschnittliche Menge.

Kleinere Erzeuger dürften aufgeben

Die Schweinepreise liegen in China laut USDA derzeit zwar weit unter den Rekordwerten der letzten Jahre, sie haben sie sich seit ihrem Tiefpunkt im Herbst jedoch gefestigt. Aufgrund der auch in der Volksrepublik gestiegenen Produktionskosten dürften kleinere Erzeuger die Schweinehaltung einschränken oder aufgeben, die industriellen Großbetriebe jedoch versuchen, ihre Fixkostenbelastung über Modernisierung und Expansion zu verringern. Zudem sorge die staatliche Unterstützung der Großbetriebe für eine gewisse Produktionssteigerung in diesen Unternehmen. Die chinesische Zuchtsauenherde war laut USDA zuletzt wieder leicht rückläufig, doch werde 2022 mit einem höheren Bestand begonnen. Da weniger effiziente Sauen aussortiert wurden, ist dem US-Agrarressort zufolge mit einer höheren Produktivität und einem ausreichenden Lebendangebot zu rechnen, insbesondere in der ersten Jahreshälfte. AgE

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