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Maßnahmen gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR) in der Tierhaltung erweisen sich am wirksamsten, wenn diese mit Investitionen für Verbesserungen bei Haltungsbedingungen, Fütterung und Gesundheitsmanagement kombiniert werden.

Das zeigt eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission. Darin wird auch dargelegt, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) durch die Cross-Compliance in den meisten untersuchten Mitgliedstaaten beziehungsweise Regionen durch die Anforderungen der Rechtsvorschriften zum Tierschutz und zum Lebensmittelrecht „ein wirksames Mittel“ darstellt, um die maßgeblichen Praktiken der Landwirte zu beeinflussen.

Beratung und Schulung wichtig

Als weitere wichtige Instrumente im Kampf gegen AMR werden die Sensibilisierung der Landwirte über Beratungsdienste, Verpflichtungen und Schulungen genannt. Auch der Druck der Zivilgesellschaft kann laut der Studie dazu führen, dass Landwirte und Verwaltungsbehörden Änderungen in der Praxis unterstützen. So beeinflussten beispielsweise die auf EU-Ebene festgelegten Vermarktungsnormen für die Eiererzeugung die Verbrauchernachfrage und die Produktionsentscheidungen, indem sie eine obligatorische Kennzeichnung von Eiern entsprechend den Produktionssystemen und Haltungsbedingungen der Legehennen vorschreiben würden.

Indikatoren und Daten fehlen

Mit Blick auf die in diesem Jahr auslaufende GAP bemängeln die Studienautoren, dass es schwierig sei, die Auswirkungen in der Praxis zu bewerten. Kritisiert wird unter anderem, dass es an Indikatoren fehlt, die die Fortschritte bei der Umsetzung bestimmter Maßnahmen oder ihre entsprechenden Auswirkungen dokumentieren könnten. Für die neue GAP ab 2023 wird empfohlen, dass die Mitgliedstaaten umfassendere Maßnahmen zum Tierschutz durchführen sollten. Notwendig sei die Entwicklung einer gemeinsamen Methodik, um die besten Tierschutzpraktiken mit entsprechenden Zielvorgaben zu dokumentieren.

Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Datenbasis zu verbessern und einen umfassenden Überblick über die Anzahl der Tiere zu erstellen, die von verschiedenen Arten von Maßnahmen zum Tierschutz und zur Verwendung antimikrobieller Mittel auf nationaler Ebene betroffen sind. Um die Auswirkungen der GAP richtig bewerten zu können, sollten die Daten nach den verschiedenen betroffenen Sektoren - wie beispielsweise Rinder, Schweine, Geflügel beziehungsweise Schafe oder Ziegen - unterschieden und die Zahl der Tiere statt der Großvieheinheiten verwendet werden. AgE

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