Der Importbedarf Chinas geht laut USDA deutlich zurück.
picture alliance / Norman Krauß/Shotshop | Norman Krauß
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Die weltweite Produktion von Schweinefleisch und dessen Verbrauch sollen 2022 im Vorjahresvergleich moderat zunehmen. Doch wird sich dabei die international gehandelte Menge deutlich verringern. In der EU und den USA geht das Aufkommen jeweils um gut 2 % zurück, die Exporte um bis zu 6 %.

So lautet zusammengefasst die aktuelle Prognose des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) für den Weltschweinefleischmarkt. Maßgeblich für diese Entwicklung ist laut den Analysten aus Washington das Geschehen beim dominierenden Marktakteur China. Dort soll nämlich aufgrund der gewachsenen Schweinebestände die Schweinefleischerzeugung gegenüber 2021 um 3,5 Mio. t oder rund 7 % auf 51,0 Mio. t wachsen, die dadurch weniger benötigten Einfuhren um 830.000 t beziehungsweise 19 % auf 3,5 Mio. t sinken.  

Zudem erwartet das USDA für die auch von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Länder Philippinen und Vietnam ebenfalls wieder rückläufige Schweinefleischimporte, weil dort die Eigenversorgung wieder zunimmt und auf den Philippinen die Ermäßigung von Einfuhrzollsätzen ausläuft. Ein höherer Einfuhrbedarf wird dagegen in Japan, Mexiko, dem Vereinigten Königreich und Südkorea gesehen, was jedoch nicht das Minus Chinas ausgleichen dürfte. Unter dem Strich wird für die vom USDA betrachteten Länder gegenüber 2021 insgesamt ein Importrückgang von 645.000 t oder 5,5 % auf knapp 11 Mio. t Schweinefleisch ausgewiesen.

Entsprechend dürften sich auch die globalen Schweinefleischausfuhren im Vergleich zu 2021 schwächer entwickeln. Hierzu trägt laut USDA außerdem bei, dass bei den Hauptexporteuren die Schweinefleischerzeugung wegen rückläufiger Tierbestände und hoher Produktionskosten sinken wird. Für die Europäische Union prognostizieren die Washingtoner Analysten einen Rückgang des Aufkommens um 2,4 % auf 23,2 Mio t, was zu einem Exportminus von 4,7 % auf 4,75 Mio t führen soll. In den USA selbst wird mit einer um 2,2 % auf knapp 12,3 Mio t abnehmenden Produktion gerechnet; die Schweinefleischexporte sollen sogar um 6,2 % auf etwa 3 Mio t sinken. Für Brasilien wird im Vergleich zu früheren Boomjahren nur mit einem sehr bescheidenden Zuwachs bei Erzeugung und Ausfuhren von rund jeweils 1 % gerechnet. AgE

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