Andalusien ist das wichtigste Anbaugebiet für Sonnenblumen in Spanien.
IMAGO / robertharding
Andalusien ist das wichtigste Anbaugebiet für Sonnenblumen in Spanien.
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Den Saatgutproduzenten des Landes ist der Absatz nach Russland und in die Ukraine weggebrochen. Nun könnten im eigenen Land bis zu 1 Mio. ha mehr gesät werden.

Durch den Krieg in der Ukraine schrumpft das globale Sonnenblumenangebot beträchtlich. Spanien hat das Potenzial, die Lücke zu einem Teil zu schließen, berichtet die Nationale Verband der Pflanzenzüchter (Anove). Um bis zu 1 Mio. ha könnte die Sonnenblumenfläche in Spanien wachsen, sagte Anove-Direktorin Elena Sáenz der Nachrichtenagentur Efeagro. Saatgut sei ausreichend vorhanden, denn ein Teil der für den Export vorgesehenen Mengen hätten wegen des Krieges nicht in die Ukraine und nach Russland geliefert werden können.

In den vergangenen Jahren wurden in Spanien auf nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums im Durchschnitt auf rund 700.000 ha Sonnenblumen angebaut. Allerdings ist die Produktion in der Tendenz gefallen und inzwischen weit von dem früheren Flächenrekord entfernt, der bei 2 Mio. ha lag. Mit einer Produktionsmenge von rund 800.000 t steuert Spanien knapp ein Fünftel der europäischen Sonnenblumenernte bei. Nun hofft die Saatgutbranche, dass eine Freigabe der Ökologischen Vorrangflächen durch die EU-Kommission genutzt wird, um mehr Sonnenblumen zu säen. Ein Problem könne dabei allerdings sein, dass es in einigen Regionen des Landes in den vergangenen Wochen zu wenig geregnet hat und die Böden deshalb für eine Aussaat zu trocken sind. Darüber hinaus hat Andalusien ohnehin ständig mit Wasserknappheit zu kämpfen. Die wichtigsten Anbauregionen liegen im Süden und im Zentrum des Landes in den Regionen Andalusien, Kastilien-León und Kastilien-La Mancha. SB

Im Wirtschaftsjahr 2020/21 wurden weltweit 19 Mio. t Sonnenblumensaat produziert. Wichtigste Erzeugerländer waren
  • Ukraine: 5,9 Mio. t
  • Russland: 5,1 Mio. t
  • Europäische Union: 3,5 Mio. t
  • Argentinien: 1,4 Mio. t
  • Türkei: 1,0 Mio. t
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