Antibiotika-Einsatz wird eingeschränkt

Human- und Tierarzneimittel werden künftig in zwei getrennten Fachgesetzen geregelt.
Pixabay / Ulleo
Human- und Tierarzneimittel werden künftig in zwei getrennten Fachgesetzen geregelt.
Artikel anhören
:
:
Info
Abonnenten von agrarzeitung Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.

Am 28. Januar ist die neue EU-Tierarzneimittelverordnung zusammen mit dem neuen Tierarzneimittelgesetz in Kraft getreten. Das bringt einige Änderungen für Tierhalter mit sich.

Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in einer Pressemitteilung erklärte, sollen die neuen Vorschriften Sicherheit und Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln weiter erhöhen sowie dazu beitragen, das Risiko antimikrobieller Resistenzen zu verringern. Darüber hinaus soll auch der Verwaltungsaufwand für Unternehmen und Regulierungsbehörden verringert werden.

„Durch die neue EU-Tierarzneimittelverordnung wird die Anwendung von Antibiotika weiter beschränkt“, so BVL-Präsident Friedel Cramer. „Außerdem führt sie zu einer Neuordnung des gesamten Tierarzneimittelrechts in der EU und in Deutschland – zur Trennung der Regelungen für Human- und Tierarzneimitteln in zwei spezifischen Fachgesetzen.“


Der Einsatz von Antibiotika bei Tieren wird durch die neuen Gesetze weiter eingeschränkt, um die Entstehung und Verbreitung von Resistenzen zu vermeiden. So wird beispielsweise die prophylaktische Anwendung von Antibiotika bei Tiergruppen verboten. Generell wird bei Tieren die Anwendung von Antibiotika untersagt, die der Humanmedizin vorbehalten sind. Zusätzlich wird eine nationale Erfassung der Verbrauchsmengen bei den unterschiedlichen Tierarten vorgeschrieben.

Die Überwachung der Arzneimittelsicherheit nach der Zulassung (Pharmakovigilanz) wird künftig schwerpunktmäßig auf der statistischen Auswertung von Meldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen beruhen. Meldungen durch Tierärzte und Tierhalter sollen in öffentlich zugänglichen Datenbanken erfasst werden. Wer unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach deren Anwendung an Tieren feststellt, sollte dies umgehend dem BVL melden.
    stats