Die Exporte aus der Ukraine über die Donau können die Kapazität der Schwarzmeerhäfen aber nicht kompensieren.
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Die Exporte aus der Ukraine über die Donau können die Kapazität der Schwarzmeerhäfen aber nicht kompensieren.
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Die ukrainischen Binnenhäfen in Donaunähe haben ihren Getreideumschlag im Mai deutlich erhöht; ein adäquater Ersatz für die von Russland weiterhin blockierten Schwarzmeerhäfen ist dies aber nicht. Um weitere Transportwege zu Lande zu sichern, verstärken die EU, die Ukraine und Moldau ihre Zusammenarbeit.

Laut dem Vizedirektor des Staatsunternehmens „Ports of Ukraine“, Dmitry Barinov, erreichten die Getreideausfuhren über die ukrainischen Binnenhäfen in Donaunähe im Mai rund 1,3 Mio. t und lagen damit um 500.000 t über der im April verschifften Menge.

Schiffsraum ist knapp

Wie Barinov gegenüber dem Nachrichtendienst Ukrinform erklärte, bewegen die Binnenfrachter im Gegensatz zur Bahn hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte. Gleichwohl sieht er hier wenig Potential für weitere Steigerungen. Im Juni seien allenfalls 1,5 Mio. t an Getreideausfuhren erfolgt, so der Logistiker. Limitierende Faktoren sind ihm zufolge der begrenzte Schiffsraum und der Mangel an Verladekapazitäten. Mittel- und langfristig könnte der Export auf diesem Wege aber durch den Bau neuer, leistungsfähiger Be- und Entladeeinrichtungen ausgeweitet werden, so Barinov. Hierfür brauche es allerdings eine entsprechende Finanzierung.

Erleichterung für Transitrouten auf dem Landweg

Unterdessen haben sich die Ukraine und die Republik Moldau auf die Schaffung neuer Transitrouten zu Lande verständigt. Ein in dieser Woche von Präsident Wolodymyr Selenskyj und seiner moldawischen Amtskollegin Maya Sandu unterzeichnetes Abkommen sieht unter anderem Vereinfachungen im bilateralen Grenzverkehr sowie die Wiederinbetriebnahme zuvor stillgelegter Eisenbahnstrecken zwischen den zwei Ländern vor. Ziel ist auch hier die Sicherstellung eines alternativen Warenverkehrs in Richtung Westeuropa.

Auch die EU verstärkt die Zusammenarbeit mit der Ukraine und Moldau. Dafür haben gestern die für Verkehr zuständige Kommissarin Adina Vălean gemeinsam mit den ukrainischen und moldauischen Ministern für Infrastruktur, Oleksandr Kubrakov und Andrei Spînu, im Rahmen der „Connecting Europe Days“ in Lyon ein Abkommen über den Straßengüterverkehr unterzeichnet. Der EU-Kommission zufolge wird das Abkommen den Güterverkehr zwischen der EU, der Ukraine und der Republik Moldau erleichtern. Beispielsweise soll es den Transportunternehmen ermöglichen, das Gebiet der jeweils anderen Partei zu durchqueren und zu befahren, ohne dass sie dafür eine Genehmigung benötigen würden. Darüber hinaus haben die EU und die Ukraine eine Vereinbarung über ihre Infrastrukturverbindungen unterzeichnet. Diese sieht unter anderem die Anerkennung ukrainischer Führerscheine und Befähigungsnachweise vor. AgE

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