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Forscher der Schwedischen Landwirtschaftlichen Universität (SLU) und der Universität Lund rechnen auch bei einem drastischen Rückgang der ukrainischen Agrarproduktion nicht mit weltweiten Lebensmittelengpässen. Aber erwartet werden sehr wohl höhere Preise.

Laut einer Simulationsanalyse der Wissenschaftler würde selbst die Halbierung der Ernte in der Ukraine die Weltmarktpreise um maximal „nur“ 15 % steigen lassen. Die Endverbraucherpreise in westlichen Staaten würden noch deutlich weniger anziehen. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Preissteigerungen bei Agrarrohstoffen seit dem vergangenen Jahr nicht allein Ergebnis des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind.

Ukraine-Krieg nicht der einzige Grund

Schon zuvor hätten die Notierungen deutlich angezogen, vor allem wegen der steigenden Betriebsmittelkosten. Diese spielten natürlich auch bei den aktuellen Kursen eine große Rolle. Der aktuelle und künftige Produktions- und Exportausfall der Ukraine stelle damit lediglich eine Ursache von mehreren sei, zumal das Land mit beispielsweise 12 % beim Weizen einen wichtigen, allerdings nur begrenzten Teil der global gehandelten Getreidemengen ausmache.

Eine andere Situation sehen die Forscher beim Sonnenblumenöl, von dem die Ukraine in Viertel der globalen Erzeugung ausmacht. Sie weisen aber darauf hin, dass diese Ölsorte bei der weltweiten Ernährung nur eine kleine Rolle spiele, so dass der Ausfall auch hier nur lokal - wie etwa aktuell in Deutschland - deutliche Marktwirkung entfalte.

Versorgungsprobleme in importabhängigen Ländern

Die schwedischen Agrarökonomen um Prof. Torbjörn Jansson und Dr. Fredrik Wilhelmsson räumen ein, dass der Ausfall der Ukraine in importabhängigen Ländern der Dritten Welt ernste Versorgungsprobleme verursacht. Diese sind nach ihrer Analyse aber weniger ein Ergebnis fehlender Ernte- und Exportmengen als vielmehr eine Folge der hohen Rohstoffpreise. Diese Länder seien daher nicht mehr in der Lage, die benötigten Mengen mit ihren begrenzten Budgets vom Weltmarkt zu kaufen und auch internationale Hilfsorganisationen stießen deshalb an ihre Grenzen. Die Studie ist noch nicht peer-reviewed. Die Forscher hatten sich allerdings wegen der aktuellen Relevanz der Untersuchung entschieden, die Ergebnisse schon jetzt zu veröffentlichen. AgE

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