Über einen humanitären Korridor sollen Getreidelieferungen über das Schwarze Meer verhandelt werden, schlägt UGA vor.
picture alliance / ZB | Bernd Wüstneck
Über einen humanitären Korridor sollen Getreidelieferungen über das Schwarze Meer verhandelt werden, schlägt UGA vor.
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Der Ukrainische Getreideverband (UGA) bleibt skeptisch, was die alternativen Exportpotenziale für die nächsten Monate angeht. Er schlägt erneut vor, einen humanitären Korridor für Getreidelieferungen über das Schwarze Meer zu schaffen.

Der UGA-Präsident Mykola Gorbatschow wies darauf hin, dass die Ukraine noch im vergangenen Jahr mehr als 50 Mio. t Getreide exportiert habe, ein erheblicher Teil davon in Entwicklungsländer und in Staaten der Dritten Welt, die dringend darauf angewiesen seien.

Aufgrund der russischen Blockade der Schwarzmeerhäfen liegen die Getreideausfuhren nach Angaben von Gorbatschow derzeit nur noch bei etwas über 1 Mio. t pro Monat, da für den Transport nur noch die Eisenbahn oder LKWs in Frage kommen. Der UGA-Präsident schätzt, dass die Exporte auf diesem Weg unter Aufbietung aller Reserven höchstens auf 2 Mio. t pro Monat gesteigert werden können. Das wäre bestenfalls ein Drittel der Menge, die in Friedenszeiten über die Seehäfen abgewickelt wurde.

Der Verbandspräsident geht nicht davon aus, dass die Häfen noch in diesem Wirtschaftsjahr freigegeben werden. Damit drohten gerade in den ärmeren Staaten Lebensmittelknappheiten bis hin zu Hungersnöten. Der einzige Ausweg aus dieser Situation besteht nach Einschätzung von Gorbatschow darin, einen internationalen Konvoi von Frachtschiffen zusammenzustellen und unter Regie der Vereinten Nationen (UN) mit Russland einen humanitären Korridor für diese Lieferungen auszuhandeln. Der UGA-Präsident erinnerte daran, dass es im Zweiten Weltkrieg ähnliche Ansätze gegeben habe. Fraglich sei nur, wie Russland auf derartige Offerten reagieren werde. AgE

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