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Der russische Einmarsch in der Ukraine hat zu heftigen Verwerfungen im internationalen Getreidehandel geführt. Das französische Beratungsunternehmen Agritel weist in einer Lageeinschätzung darauf hin, dass die Ukraine seit Schließung seiner Schwarzmeerhäfen kein Getreide mehr exportieren kann.

Russland wiederum hat das Asowsche Meer für die Handelsschifffahrt gesperrt, was auch die Verladekapazitäten des Aggressors dezimiert. Agritel zufolge müssen sich potentielle Getreidekäufer deshalb nach anderen Herkünften umsehen. Die Getreidenotierungen an der europäischen Leitbörse Matif sind deshalb gestern zum Start in die Handelswoche nach oben gesprungen, insbesondere Weizen- und Maiskontrakte aus der Ernte 2022. Terminweizen zur Andienung im September verteuerte sich im gestrigen Handelsverkauf beispielsweise um 8 % auf 290,25 €/t. Terminmais ist in Paris preislich in etwa gleichauf: Hier ging es am Montag für August-Kontrakte von 267,25 €/t auf 290,50 €/t nach oben.

Hohe Preise für neue Ernte

Agritel begründet den starken Preisanstieg für das neuerntige Getreide mit der äußerst prekären Lage in der Ukraine. Die dort jetzt anstehende Maisaussaat dürfte mangels Treibstoff und Arbeitskräften kaum im geplanten Umfang stattfinden, was weltweit Versorgungsängste schüre. Von der insgesamt 42 Mio. t Körnermais umfassenden Ernte 2021 wollte die Ukraine laut aktuellster Statistik des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) 33,5 Mio. t exportieren; das ist ein Anteil von 80 %. Davon wurde bis zur russischen Invasion mit 18,7 Mio. t aber erst gut die Hälfte verschifft.

Wiederaufnahme des Exports ungewiss

Wann der Export von Mais und anderen Agrarrohstoffen im Schwarzmeerraum wieder aufgenommen werden kann, ist Agritel zufolge aktuell völlig offen. Die Schifffahrtsbehörde der Ukraine habe jedenfalls angekündigt, die Seehäfen des Landes so lange für die Handelsschifffahrt geschlossen zu halten, bis die russische Invasion beendet sei und die Sicherheit auf See wieder gewährleistet werden könne. AgE

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