Große Mengen an Mais sollen noch in den Lägern der Ukraine und Russlands liegen.
IMAGO / ZUMA
Große Mengen an Mais sollen noch in den Lägern der Ukraine und Russlands liegen.
Artikel anhören
:
:
Info
Abonnenten von agrarzeitung Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.

Während die Situation bei Brotweizen relativ entspannt gesehen wird, könnte es im Futtermittelsektor zu einer Verschärfung der Preissituation kommen. So schätzt das der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Lage zurzeit ein.

Die Versorgungssicherheit von Weizen sieht der Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) auf Grund des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine derzeit nicht gefährdet. „Wir befürchten aktuell keine Engpässe“, betont DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers. Er macht deutlich: „Deutschland und die Europäische Union sind nicht zwingend auf Importe aus dieser Region angewiesen. Wir haben einen Selbstversorgungsgrad von mehr als 100 Prozent; das ist in der aktuellen Situation sehr beruhigend.“ Darüber hinaus befindet sich nach Informationen des DRV in der Ukraine und in Russland nur noch wenig Brotweizen in den Exportlägern. Sehr große Mengen wurden bereits verschifft.

Viel Mais noch nicht exportiert

Im Futtermittelsektor bestehe die Gefahr, dass sich die Preissituation weiter verschärft. Ehlers: „Im Gegensatz zu Brotweizen befinden sich noch große Mengen an Mais in den Lägern der Ukraine und Russlands.“ In diesem Jahr wird damit gerechnet, dass beide Länder insgesamt rund 100 Millionen t Weizen und Mais exportieren – dies entspricht einem Anteil von rund 25 Prozent der weltweiten Exporte. Ob diese Ware für den westeuropäischen Markt zur Verfügung steht, sei fraglich.

Ukraine ist ein wichtiger Lieferant

Ukraine hat im vergangenen Jahr die Ausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten in die Europäische Union wertmäßig deutlich gesteigert. Nach aktuellen Daten des Nationalen Forschungszentrums „Institut für Agrarökonomie“ (IAE) in Kiew belief sich der betreffende Erlös 2021 auf insgesamt 8,4 Mrd. US-Dollar oder umgerechnet 7,4 Mrd. €. Das bedeutete im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 26 Prozent. Mehr als 80 Prozent des in der Gemeinschaft erzielten Agrarexportwerts entfielen auf Öl- und Fettprodukte sowie Getreide und Ölsaaten. Im Einzelnen beziffert das IAE den Erlös für ukrainische Rapssaat in der EU auf 1,1 Mrd. €. Außerdem wurden Soja- und Rapsöl für 200 Mio. € beziehungsweise 153 Mio. € in die Gemeinschaft geliefert.

Weizen aus Russland

Auch Russland ist ein wichtiger Handelspartner für die EU, die der größte Abnehmer von Agrarprodukten aus Russland im vergangenen Kalenderjahr war. Wichtigstes Exportgut war Getreide. Nach aktuellen Daten des Föderalen Zentrums für die Exportförderung von Agrarprodukten (FGBU Agroexport) bezog die Gemeinschaft 2021 aus der Russischen Föderation landwirtschaftliche Produkte im Gesamtwert von 4,7 Mrd. US-Dollar oder umgerechnet 4,1 Mrd. €. Das waren 529 Mio. € oder fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Auslandserlöse für Getreide steigerte die Föderation um 12 Prozent auf rund 10,1 Mrd. €.

Mit Material von AgE
    stats