Über den Hafen in Odessa wird derzeit kein Getreide exportiert. Wann der Warenumschlag wieder aufgenommen werden kann, ist völlig offen.
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Über den Hafen in Odessa wird derzeit kein Getreide exportiert. Wann der Warenumschlag wieder aufgenommen werden kann, ist völlig offen.
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Analysten rechnen damit, dass sich die Lage auf den Agrarmärkten erst nach der Ernte 2023 auf der Nordhalbkugel entspannen wird. Zusätzlich belasten hohe Düngemittelpreise und Frachtkosten.

In einer aktuellen Analyse der Rabobank werden den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Agrar- und Rohölmärkte untersucht: Die russische Invasion in der Ukraine werde ungeachtet des Ergebnisses zu erhöhten Kosten führen, aber wie viel und für wen, hänge davon ab, wie sich der Konflikt entwickelt. Ein plausibles Szenario ist aus Sicht der Bank ein kurzer Krieg, gefolgt von Sanktionen gegen den Sieger Russland sowie Sanktionen gegen die besetzte Ukraine und den russischen Verbündeten Weißrussland. Hinter den Sanktionen werde eine Koalition aus den USA, der EU, Australien, Neuseeland, Japan und Korea stehen. Folge dieses Szenario wären ein Anstieg des Ölpreises auf 135 US-$/barrel, ein starken Anstieg der Erdgaspreise über einen längeren Zeitraum, ein Anstieg der globalen Investitionsrisikoprämie und Beschränkungen der Handelsströme.
 
Für die Getreide- und Ölsaatenmärkte befürchten die Analysten „schockierende Auswirkungen“. Möglich sei eine Verdoppelung der Weizenpreise, ein Anstieg der Pflanzenölpreise um 20 Prozent und der Mais- und Gerstenpreise um 30 Prozent. Das hohe Niveau werde bis Mitte des kommenden Jahres anhalten und erst mit der Ernte 2023 auf der Nordhalbkugel sei eine „gewisse Neuausrichtung“ denkbar. Als weiteres Problem sieht die Rabobank die steigenden Düngemittelpreise, für die ein Anstieg von 40 Prozent prognostiziert wird. Ein besonderes Augenmerk müsse auf den Kalimarkt gerichtet werden, für den Weißrussland ein wichtiger Lieferant ist. Zusätzlich würden weltweit steigende Frachtkosten weiteren Druck ausüben. SB

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