SovEcon geht von nur noch 27,7 Mio. t Mais aus. Das wäre im Jahresvergleich ein Minus von 14,2 Mio. t.
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SovEcon geht von nur noch 27,7 Mio. t Mais aus. Das wäre im Jahresvergleich ein Minus von 14,2 Mio. t.
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In einer ersten Einschätzung bewerten die russischen Analysten die Auswirkungen des Krieges auf die Ernte von Mais und Weizen. Vorausgesetzt wird dabei ein schnelles Ende der Kampfhandlungen.

Unter dem Überfall Russlands auf die Ukraine leidet die Landwirtschaft des Landes in einem erheblichen Maße. Derzeit lässt sich kaum abschätzen, wie sich der Krieg und die indirekten Folgen der Kämpfe auf die Agrarproduktion auswirken. Die Analysten des russischen Beratungsunternehmens SovEcon haben die Erfahrungen aus der Saison 2014/2015 für eine aktuelle Prognose zugrunde gelegt. Damals litt die Ukraine unter dem Krieg in den Regionen Luhansk und Donezk sowie unter einer starken Abwertung der Landeswährung Hrywnja. Vom aktuellen Krieg sind landwirtschaftlich bedeutende Regionen betroffen. Mitte März standen die umkämpften Gebiete für 40 Prozent der ukrainischen Mais- und Weizenerzeugung, so die Berechnungen der Analysten. In der Prognose unterstellt SovEcon ein Szenario, in dem sich die Ukraine und Russland in den kommenden Wochen auf einen Waffenstillstand einigen und die Landwirte ab April beginnen können, ihre Felder zu bestellen.

Die gesamte ukrainische Weizenfläche zur Ernte 2022 schätzt SovEcon auf 6,9 Mio. ha, das wären 200.000 ha weniger als vor einem Jahr. Darunter fallen 6,7 Mio. ha, auf denen bereits im Herbst Winterweizen gedrillt wurde. Erwartet werden unterdurchschnittliche Erträge von 3,8 t/ha (2021: 4,5 t/ha). Daraus ergibt sich eine Erntemenge von 26 Mio. t, das sind 2,3 Mio. t weniger als in der Vorkriegsschätzung und 6,1 Mio. t weniger als 2021. Ein weiterer Negativfaktor sei der unterdurchschnittliche Zustand der Bestände, die im Winter unter Trockenheit gelitten hätten.

Deutlich höher sind die Verluste bei der Maisernte, für die nur noch 27,7 Mio. t erwartet werden, das wäre im Jahresvergleich ein Minus von 14,2 Mio. t. Die Anbaufläche könnte um 900.000 auf 4,6 Mio. ha schrumpfen, die Erträge um 1,5 auf 6,1 t/ha. Beeinträchtigt werden die Arbeiten durch einen Mangel an Arbeitskräften und Betriebsmitteln sowie fehlenden Möglichkeiten, die Felder zu bestellen. SB
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