Überhänge aus der Ernte 2021 könnte den Lagerraum für Getreide der neuen Ernte verknappen.
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Überhänge aus der Ernte 2021 könnte den Lagerraum für Getreide der neuen Ernte verknappen.
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Große Überhänge aus der Ernte 2021 könnten bei der Erfassung der neuen Ernte zu Engpässen bei der Einlagerung führen. Das befürchtet der Landhandel in der Ukraine.

Der Ukrainische Getreideverband befürchtet angesichts der hohen Restbestände aus der alten Ernte zur Jahresmitte erhebliche Probleme wegen fehlender Lagerbestände. Der Verband forderte deshalb die Regierung in Kiew auf, bestehende Einschränkungen für Agrarexporte zu widerrufen und zumindest die Weizenausfuhren im Rahmen der eingeschränkten Logistikkapazitäten zu optimieren.

Der Getreideverband weist darauf hin, dass die ukrainischen Landwirte im vergangenen Jahr mit mehr als 33 Mio. t eine Rekordweizenernte eingefahren hätten. Bei einem Inlandsbedarf von rund 7 Mio. t und geplanten Exporten von gut 25 Mio t seien bis März lediglich 18,2 Mio. t Weizen ins Ausland verschifft worden. Zum 1. März befanden sich nach Berechnungen des Branchenverbands noch rund 12 Mio. t Weizen in den heimischen Lägern, wovon bis zum Anschluss an die neue Ernte voraussichtlich nur 1,5 Mio. t verbraucht werden können.

Da wegen der russischen Blockade der ukrainischen Seehäfen nur der Landweg für Ausfuhren in Frage kommt, geht der Verband davon aus, dass per Bahn oder LKW bis Erntebeginn nur etwa 2 Mio. t Weizen außer Landes geschafft werden können. Somit sei zu befürchten, dass im Sommer die alterntige Ware noch einen erheblichen Teil der ukrainischen Lagerkapazitäten in Anspruch nehmen werde.

Ungeachtet der kriegsbedingten Ausfälle und Einschränkungen im Anbau könnte daher der Platz für die Ernte 2022 knapp werden. Der Verband drängt deshalb darauf, alle politischen Hemmnisse für Weizenexporte zu beseitigen und alle Anstrengungen auf die Ausweitung der alternativen Logistik zu konzentrieren. AgE

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