Neugierig auf die Mischfutterproduktion: Die Teilnehmerinnen des 10. WiA-Treffens in Münster bei der Führung durch die Agravis-Zentrale.
Agravis Raiffeisen AG
Neugierig auf die Mischfutterproduktion: Die Teilnehmerinnen des 10. WiA-Treffens in Münster bei der Führung durch die Agravis-Zentrale.
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Rund dreißig Fachfrauen aus der Agrarbranche trafen bei der Agravis AG zum 10. Treffen des Agrarnetzwerks WiA Women in Agribusiness zusammen. Im Fokus des Fach-Programms stand die Mischfutterproduktion, die in Zukunft vor großen Herausforderungen steht. Vor allem der Kostenfaktor spielt sowohl für Produzenten als auch für die Landwirte eine zentrale Rolle.

Dr. Elke Müller-Mußmann, Geschäftsführerin der Agravis Futtermittel GmbH, hatte in die Konzernzentrale in Münster und zu einem Rundgang durch die Mischfutteranlage am Standort in Münster eingeladen. Agravis produziert rund 4,9 Mio. t Mischfutter an 16 Standorten und mit fünf Beteiligungsgesellschaften. Die Genossen sind damit der führende Mischfutterhersteller in Deutschland. Im Konzern trägt das Segment Tier, das Mischfutter, Futtermittel-Spezialprodukte, Tierarzneimittel und Produkte für die Tier- und Stallhygiene umfasst, mit einem Umsatzbeitrag von rund 1,3 Mrd. € rund 20 Prozent zum Gesamtumsatz der AG von 6,4 Mrd. € bei, unterstreicht Müller-Mußmann die Bedeutung des Segments im Konzern. Die künftigen Herausforderungen seien allerdings groß. Konsolidierung und Spezialisierung der Werke werde es geben, ist Müller-Mußmann überzeugt. In puncto Nachhaltigkeit komme es künftig auf ein gutes Gülle-Management an und in den Futterrationen auf die Reduzierung der Stickstoff- und Phosphor-Anteile.

Kostenfaktor Futter und Energie

Mit Blick auf die Entwicklung im Fleisch-, Getreide- und Ölsaatenmarkt spielen nach Ansicht von Dr. Thordis Möller, Market Analyst Protein & Commodities bei OSI Europe, viele Faktoren eine Rolle. Allen voran die höheren Kosten für Futtermittel. So seien die Mischfutterpreise für Geflügel um 15 %, für Schweine um 16 % und für Milchvieh um 18 % gestiegen. Das wirke sich auch auf die Bestände aus. Die Bestände in Deutschland und Frankreich beispielsweise seien um 3 % zurückgegangen, beobachtet Möller. Mit Blick auf das Schweinesegment spiele die Afrikanische Schweinepest und dessen Ausbreitung eine große Rolle. Dadurch habe sich etwa die Fleischproduktion in China um 20 Mio. t verringert. Beim Geflügel bereite auch die Geflügelpest Sorgen. Hinzu kämen neben den hohen Futtermittelkosten auch die hohen Energiekosten als weitere Herausforderung.
Das Netzwerk

„Women in Agribusiness“, kurz WiA, ist ein Netzwerk von Frauen, die in der Agrar- und Ernährungswirtschaft tätig sind. Gegründet hat es die Bankerin und Agrarexpertin Hella Otten von der Nord/LB im Herbst 2017. Ziel von WiA ist es, Frauen in jeder Lebens- und beruflichen Lage einen geschlossenen Raum zum Austausch zu bieten. Neben klassischem Networking stehen Themen im Fokus, die für die Teilnehmerinnen zwar zum Alltag gehören, aber im Tagesgeschäft oft zu kurz kommen. Das Netzwerk ist inzwischen immer breiter geworden. Die WiA-Frauen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen von Landwirtschaft über Entwicklung und Produktion bis hin zu Logistik und Vertrieb. Die Treffen finden mehrmals im Jahr statt und werden von Unternehmens-Patinnen mitausgerichtet, die spannende Einblick in ihr Unternehmen sowie ihr Tätigkeits- und Erfahrungsfeld geben.
https://www.linkedin.com/company/wia-women-in-agribusiness/

Networking, News und endlich wieder Nähe

Neben dem fachlichen Input über die aktuellen Trends in der Agrarbranche und Lektüretipps jenseits der Agrarthemen von Doris Pulte, Pulte GmbH, kam auch das Networking nicht zu kurz. Nachdem das letzte Treffen im März rein digital stattgefunden hatte, war es den Teilnehmerinnen nun eine sichtliche Freude, sich endlich wieder live austauschen zu können. Zur Feier des 10. Treffens kredenzte das Münsteraner Startup Heimat Heroes Kostproben aus seinem Spirituosensortiment, das klassische westfälische Traditionen und regionale Rohstoffe mit innovativen Produktideen verbindet.
Agravis ist Nr. 1 bei Futtermitteln

Die Agravis AG führt mit einer Mischfutterproduktion von 4,9 Mio. t einschließlich der Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland das Ranking der deutschen Mischfutterhersteller an. Um sich zukunftsfähig aufzustellen, setzt der Konzern auf Zukäufe, auf Optimierung der Prozesse und auf Kooperationen. Erst kürzlich hat die Agravis Mischfutter Ostwestfalen-Lippe GmbH, die Agravis Westfalen-Hessen GmbH, beides Konzerngesellschaften der Agravis Raiffeisen AG, sowie die Raiffeisen Lippe-Weser AG und die Raiffeisen Lübbecker Land AG eine gemeinsame Spedition für den Mischfuttertransport gegründet, die Raiffeisen Transport Gesellschaft Minden GmbH (RTG).

Gestärkt hat Agravis seine Marktposition im Mischfuttersegment zudem durch die Übernahme der Produktionsstandorte Neuss und Wiesbaden von der RWZ Rhein-Main eG mit einem Produktionsvolumen von 300.000 t im Juli 2017. Auch auf der Vertriebsschiene wurden Prozesse optimiert und die Schlagkraft erhöht, etwa durch die Gründung der Agravis Mischfutter West GmbH im Jahr 2020 und die Bündelung des Geflügelfuttergeschäfts in der GiG Geflügel GmbH im Mai 2021. Darüber hinaus engagiert sich Agravis auch in der Produktion von Biofutter über ihre Beteiligungsgesellschaften Biomühle Hamaland GmbH (Gescher) und Ceravis GmbH am Standort Malchin.

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