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Ausgabe 11-12/2014

Experten-Roundtable, Rückblick und Ausblick

Krankheiten und Verbote können hoffentlich vermieden werden

Die Branche hat gelernt, mit Marktschwankungen umzugehen und lässt sich von periodisch auftretenden Niedrigerlösphasen den Willen zum Fortbestand und zum Investieren nicht nehmen. Härter getroffen ist die Veredelungswirtschaft sowie vor- und nachgelagerte Bereiche durch gesellschaftliche Anfeindungen mit Forderungen, von denen man von vornherein weiß, dass ihrer Erfüllung viel Geld kosten wird und dennoch von den Fordernden nicht anerkannt, sondern mit weiteren Forderungen belohnt werden. Der gesellschaftliche Gegenwind wird über den eilfertigen Populismus, der insbesondere in der Agrar- und Verbraucherpolitik gang und gäbe ist, dazu führen, dass die tierische Produktion insbesondere an den Intensivstandorten in den Gunstgebieten zurückgefahren wird, ohne dass dies in anderen Regionen durch Mehrproduktion aufgefangen werden wird.

» Positive Aussichten für die Margen bei Schweinefleisch
Krankheiten und Verbote können hoffentlich vermieden werden

Niedrigere Futterkosten und eine wachsende Nachfrage nach Schweinefleisch führen 2014 zu steigenden Margen für die Produzenten. Die jüngsten Ausbrüche des Porcine Epidemic Diarrhea Virus (PEDV) in Mittel- und Nordamerika könnten diese Entwicklung noch verstärken, glaubt Albert Vernooij, Industry Analyst Animal Protein bei der Rabobank. Für Europa stellen jedoch der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Litauen und das daraus resultierende russische Importverbot eine Bedrohung dar


» Jungsauen - Vorbereitung auf die Leistungsphase
Evonik Industries lud ein zum Seminar: Aspekte zum Jungsauen-Management

Vielfältige Faktoren von Seiten des Managements, der Tiergesundheit, der Genetik, sowie der Tierernährung, sind zu berücksichtigen, um die Jungsau möglichst optimal auf die späteren Anforderungen vorzubereiten.

» Wie wirtschaftlich sind bisherige chemische Dioxin-Analysemethoden?
Screening-Verfahren Dr Calux führt günstiger zu sicheren Ergebnissen

Im Oktober begannen am Amtsgericht Vechta die Verhandlungen im deutschlandweit ersten Prozess zum Skandal um Dioxin in Futtermitteln. Neben juristischen Konsequenzen sorgte der Vorfall von 2010 vor allem für eine Änderung der Gesetzgebung auf europäischer Ebene: Mit der EU-Verordnung 225/2012 wurden verschärfte Untersuchungspflichten für Futtermittelunternehmer eingeführt. Für die betroffenen Betriebe in Deutschland bedeuten diese Zusatzkosten, da zur Feststellung von Dioxin-Belastungen in der Regel zeitaufwändige chemische Verfahren eingesetzt werden. Gemäß EU-Verordnung Nr. 709/2014 könnten stattdessen auch günstigere Screening-Verfahren angewendet werden, die einen hohen Probendurchsatz und damit eine effiziente Ermittlung der Ursachen erlauben. Auch in Deutschland steht ein solches Verfahren zur Verfügung: der bereits in vielen europäischen Ländern standardmäßig eingesetzte Dioxin-Schnelltest Dr Calux. Die zellbasierte Analysemethode, die unter anderem von den Lebensmittellaboren LADR in Kooperation mit der Gesellschaft für Lebensmittel-Forschung angeboten wird, liefert bereits nach wenigen Tagen ein zuverlässiges und sicheres Ergebnis. Zudem können im Vergleich zur HRGC/HRMS mit Dr Calux je nach untersuchter Probenmenge signifikante betriebswirtschaftliche Einsparungen erzielt werden.

» Die Stimmung ist besser als der Ertrag"
Eindrücke von der Eurotier 2014

Die EuroTier 2014 hat mit 156000 Besuchern, darunter 30000 aus dem Ausland, die Erwartungen deutlich übertroffen. Dieses Fazit zog der Veranstalter DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) zum Abschluss der weltweiten Leitmesse für Tierhaltungsprofis, die vom 11. bis 14. November auf dem Messegelände in Hannover stattfand. Die internationale Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, die durch gesellschaftspolitische Anforderungen und zunehmend schwankende Märkte gekennzeichnet sind. Mit hoher Professionalität entwickeln die Landwirte Strategien zur Zukunftssicherung ihrer Betriebe. Dafür setzen sie auf innovative Technologien, wie sie die EuroTier 2014 präsentiert hat.

» Aspekte der Nachhaltigkeit in der Tierernährung
Podiumsdiskussion auf der EuroTier

81 Prozent der Verbraucher weltweit und 78 Prozent der Landwirte bekräftigen, dass Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft sehr wichtig ist. Beide Gruppen haben jedoch sehr unterschiedliche Auffassungen davon, was Nachhaltigkeit bedeutet, hat eine Farm Perspectives Study der BASF ergeben. Während Landwirte Nachhaltigkeit als ein detailliertes, mehrdimensionales Thema betrachten, definieren Verbraucher den Begriff hauptsächlich mit Umweltfreundlichkeit. Grund genug also, sich mit dem Begriff der Nachhaltigkeit auseinander zu setzen.
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