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Die Erzeugerpreise lassen wieder hoffen und die Berücksichtigung der Verbraucherinteressen erfordert Innovationen. Gute Voraussetzungen für eine internationale Messe für die Tierproduktion wie die EuroTier im November. So ist der Veranstalter DLG mit dem Anmeldeergebnis der Aussteller zufrieden, nur wenige haben früh den Kopf in den Sand gesteckt und wegen der niedergedrückten Stimmung in der Tierhaltung im 1. Halbjahr die Messebeteiligung aus der Planung genommen. Auch an Besuchern erwartet die DLG ein gutes Niveau. Auf den meisten Ausstellungsständen werden Lösungen gezeigt, wie man mehr Tierwohl in den Ställen erhält. Die EuroTier wird aber nicht nur in der Branche, sondern auch bei den Verbrauchern einen Informationsfluss zur intensiven Tierhaltung auslösen. Fragt sich nur, wie diese es aufnehmen, dass ‚intensiv‘ und ‚tierfreundlich‘ sich nicht ausschließen.

» Einfluss der DüVO auf die Tierhaltung am Beispiel Schweine
Herausforderungen und Chancen

Die DüVO (Düngeverordnung) gibt Vorschriften zur umweltschonenden Düngung landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturen vor. Die Düngung mit wirtschaftseigenen sowie mineralischen und organischen Düngemitteln soll so genau wie möglich am Bedarf erfolgen. Unter anderem werden dazu Vorgaben zur Dünger- und Nährstoffbedarfserstellung, zu Düngerausbringungszeiten und -techniken sowie zur alljährlichen Erstellung von Nährstoffvergleichen gemacht. Diese Nährstoffvergleiche sollen helfen, möglichst ausgeglichene Nährstoffsalden, insbesondere bei Stickstoff und Phosphat, zu erreichen. Diese einzustellen, ist in der Landwirtschaft mit ihren Unwägbarkeiten bei Witterungsverläufen eine große Herausforderung – und es ist auch hinreichend bekannt, dass eine 100-prozentige Verwertung eingesetzter Nährstoffe gar nicht erreicht werden kann. Gewisse unvermeidbare Verluste müssen deshalb quasi als tolerabel einkalkuliert werden – und werden somit in der DüVO benannt.

» Faserversorgung beim Monogaster
Quantität oder Qualität?

Sowohl in der Wissenschaft als auch in der Futtermittelindustrie ist die Bedeutung der „Faser” als Bestandteil von Rationen für Monogaster hinsichtlich der Funktionen zur Stabilisierung der Verdauungsvorgänge und insbesondere der Aufrechterhaltung der Darmgesundheit unstrittig.

» Auswirkung von mittelkettigen Fettsäuren auf die Futterverwertung und Bakterienprofile im Darm von Masthähnchen
Weniger Darmbakterien und bessere Futterverwertung

In unserer Branche wird viel über MCFAs oder MCT gesprochen. MCFA steht für „medium-chain fatty acids“, dt. mittelkettige Fettsäuren, also Fettsäuren mit einer Kettenlänge von 6, 8, 10 oder 12 Kohlenstoffatomen. Es geht daher konkret um C6-Fettsäuren, C8-Fettsäuren, C10-Fettsäuren bzw. C12-Fettsäuren. Diese mittelkettigen Fettsäuren sind nicht an Glycerin gebunden, sondern liegen als freie Fettsäuren (FFA) vor. MCT steht für „medium chain triglyceride“, dt. mittelkettiges Triglycerin, also ein Öl (mitunter auch als MCT-Fett bezeichnet), zum Beispiel Palmkernöl. Palmkernöl hat einen hohen Gehalt an C12-Triglyceriden. MCFAs haben starke antibakterielle Eigenschaften. Produkte mit hohem Gehalt an C8, C10 oder C12 sind wegen ihrer antibakteriellen Wirkung in der Futtermittelindustrie von großem Interesse. C8- und C10-Fettsäuren haben starke antibakterielle Wirkung auf gramnegative Bakterien wie E. coli und Salmonella, C12-Fettsäuren dagegen auf grampositive Bakterien wie Streptococcus und Clostridia. Solche Produkte wirken sich günstig auf die Darmgesundheit von Tieren aus und haben eine positive Wirkung auf die technische Leistung. Mittelkettige Fettsäuren sind am besten geeignet für Schweine, Geflügel und Kälber. Noba Vital Lipids verfügt über ein Produktsortiment mit der Bezeichnung „Vital range“ mit unterschiedlichen Kombinationen von MCFAs.

» Fußballengesundheit und Leistung beim Geflügel verbessern
Pflanzliche Futterzusätze lösen Probleme

Softe Leistungsindikatoren wie Fußballengesundheit sind in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus der Tierproduktion geraten. Dies hat verschiedene Gründe. Tabler et al. (2013) sehen einen Aufschwung in der Beachtung seit den 1980er Jahren, als vermehrt begonnen wurde, Broilerfüße zum Export nach Asien anzubieten und diese nicht mehr als „wertlose“ Schlachtreste zu betrachten. In Europa kommt ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: das Tierwohl. Dieser Aspekt hat zunächst die Legehennenhaltung revolutioniert (Umstellung von Käfig- auf Boden- und Freilandhaltung) und auch die Broiler- und Putenhaltung in einen neuen Fokus gerückt. Durch den Erlass (Nds.) vom 18. 7. 2014 für Masthähnchen und die bundeseinheitlichen Eckwerte für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen aus dem Jahr 2013 sollen anhand tierbasierter Indikatoren Rückschlüsse auf den Gesundheitsstatus und das Wohlbefinden der Puten gezogen werden. Im besonderen Fokus steht hierbei die Qualität der Fußballen, die von Amtsveterinären als direkter Indikator für die Haltungsbedingungen herangezogen wird.
Literaturverzeichnis

» Durchfall bei Entwöhnung und PRRS-Erkrankungen
Die Verwendung von sprühgetrocknetem Schweineplasma in speziellen Situationen

Sprühgetrocknetes Schweineplasma (kurz SDP) ist ein funktioneller Bestandteil in der Schweineernährung, über das umfangreiche wissenschaftliche Literatur vorliegt und dessen Verwendung sich in Stressbedingungen der Tiere anbietet. Wenn auch der bekannteste Einsatz während der Entwöhnung erfolgt aufgrund seiner wohlbekannten Wirkung hinsichtlich des Wachstums und der Gesundheit der Tiere (Coffey und Cromwell, 2001, Van Dijk et al, 2001), hat sich seine Effizienz auch in Situationen mit häufigen pathogenen Herausforderungen auf kommerziellen Farmen bewährt – wie magensaftresistentem Durchfall, verursacht durch E. coli enterotoxigenes oder Rotavirus oder Stress durch Infektionen mit Erregern, die andere Schleimhäute befallen, wie das Virus des Atemwegs- und Fortpflanzungsorgan-Syndroms beim Schwein (PRRS) und Schweine-Circovirus Typ 2 (PCV-2).

» Maßgeschneiderte Enzyme für optimale Tierfuttermischungen
Technische Verfahren verbessern die Produkteigenschaften

In Futtermitteln werden Enzyme benötigt, die optimal wirken, temperaturstabil und lagerfähig sind. Zwei Verfahren eignen sich besonders, um aus empfindlichen flüssigen Enzymlösungen oder -pulvern sichere, leicht zu verarbeitende Granulate und Pellets herzustellen: das Wirbelschicht- und das Strahlschichtverfahren. Der Anlagenbauer Glatt Ingenieurtechnik zählt zu den weltweit führenden Experten auf diesem Gebiet und bietet Futtermittelherstellern Technologie- und Anlagenkompetenz aus einer Hand.

» „Familienunternehmen haben eine Verpflichtung“
Interview mit Stefan Niemeyer, geschäftsführender Gesellschafter der Miavit

Dynamisches Wachstum und Diversifizierung prägen die vergangenen Jahre bei Miavit. Investitionen in Spezialprodukte sollen die traditionelle Vormischsparte aus der Umklammerung ruinösen Wettbewerbs befreien.

» Antibakterielle Effekte von
Zinkoxid bei Absetzferkeln

Absetzdurchfällen vorbeugen

In zahlreichen Veröffentlichungen ist beschrieben, dass eine Zinkoxid-Supplementierung die Leistung und das Wachstum von Absetzferkeln verbessert und das Risiko für Absetzdurchfälle bei Ferkeln reduziert. Interessanterweise besitzt im Gegensatz zu anderen Zinkverbindungen jedoch nur Zinkoxid (ZnO) diese spezifische Wirkung. Obwohl dieser antimikrobielle Effekt in der Praxis stark bei hohen Dosismengen genutzt wird, ist über die Wirkungsweise wenig bekannt, was aber im Folgenden näher erläutert wird. Für die Probleme, die aus dem pharmakologischen ZnO-Einsatz entstehen, wird die Lösung über potenziertes ZnO (HiZox) vorgestellt.

» Verbesserung des Nährwerts von Futtermitteln
Supplementierung der Rationen von Schweinen mit Enzym-produzierenden Probiotika

Soll die Effizienz in der Schweineproduktion maximiert werden, gilt es viele Parameter zu berücksichtigen. Da die Futterpreise etwa 70% der Produktionskosten ausmachen, müssen die Futterzusammensetzung und die Nährstoffverdaulichkeit optimiert werden. In der modernen Tierhaltung und -ernährung spielen Futtermittelzusatzstoffe eine wichtige Rolle, da sie dazu beitragen, die Verwertung der Nährstoffe im Futter zu verbessern, was zu einer höheren Leistung und Rentabilität führt. Dies ist der Grund, warum der Markt für Futterzusatzstoffe, einschließlich der Probiotika, in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist.

» Verfügbarkeit von Calcium-Natrium-Phosphat (DFP) für Geflügel
Aktuelle WPSA-Standards berücksichtigt

In der Vergangenheit wurde die Eignung von Calcium-Natrium-Phosphat, auch als DFP (defluoriertes Phosphat) bezeichnet, kontrovers diskutiert. Vor allem im Geflügelbereich wurde DFP in der Literatur oft mit einer geringeren Phosphorverdaulichkeit gegenüber MCP bewertet. Neue Praxisversuche mit dem Futterphosphat Rucana widerlegen diese früheren Annahmen.
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