Studie zu Elektrogeräten

Firmen können Klimabilanz von PCs und Handys massiv verbessern

Elektrogeräte wie Computer können mehrfach genutzt werden: Das senkt den Ressourcenverbrauch und die Emissionen.
Imago / Westend61
Elektrogeräte wie Computer können mehrfach genutzt werden: Das senkt den Ressourcenverbrauch und die Emissionen.
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Klimafreundliche Nutzungsmodelle können die Treibhausgas-Emissionen laut einer Studie um mehr als die Hälfte senken.

Unternehmen können das Klima schützen, indem sie elektrische Geräte mieten statt zu kaufen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des belgischen Forschungsinstituts Vito, das sich auf Nachhaltigkeit und Cleantech spezialisiert hat. Demnach können solche Nutzungsmodelle die Treibhausgas-Emissionen, die von Computern, Smartphones oder Laptops ausgehen, um mehr als 50 Prozent senken.

Die Untersuchung ist von dem Hardware-Dienstleister CHG-Meridian in Auftrag gegeben worden. Das süddeutsche Unternehmen steuert nach eigenen Angaben das Technologieportfolio von Kunden in 28 Ländern, darunter mittelständische Firmen und Großkonzerne. Dabei managt es den gesamten Lebenszyklus der Hardware: vom Einkauf über die Nutzung bis zur Datenlöschung, der Aufbereitung und Wiedervermarktung genutzter Geräte.
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Mit der Wiedervermarktung von Hardware sparen Firmen nicht nur Geld, sondern verringern auch den Ressourcenverbrauch. Denn die Emissionen, die auf die Herstellung von Elektrogeräten entfallen, sind anteilig an den Gesamtemissionen hoch. Deshalb ist es effizienter, Geräte möglichst lange zu nutzen, statt sie durch Modelle zu ersetzen, die im Betrieb sparsamer sind.

Wiederverwendung von Elektrogeräten wird populärer

Ähnlich wie in vielen Privathaushalten werden auch von Unternehmen viele Geräte eingelagert, die nicht mehr benötigt werden. Damit allerdings werden die Ressourcen dem Stoffkreislauf entzogen. Zudem veraltet der Bestand und ist technisch irgendwann nicht mehr zu gebrauchen. Werden Geräte hingegen in den Markt zurückgeführt, können sie aufbereitet und weitergenutzt werden.

Die Wiederaufbereitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Viele innovative Unternehmerinnen und Gründer haben sich der Mission verschrieben, eine Kreislaufwirtschaft für Elektrogeräte zu etablieren. Entstanden sind Firmen wie Refurbed, Swaapie, Back Market oder Rebuy. Sie verkaufen genutzte, wiederaufbereitete Geräte und haben mit ihren Marketingaktivitäten dazu beigetragen, das Modell populär zu machen.

Leasing senkt laut Studie den Ressourcenverbrauch um zwei Drittel

Für seine Studie hat das Vito-Institut modellhaft die Umweltbilanz für Smartphones, Laptops und Desktop-PCs berechnet. Modelle wie Kauf, Leasing und Miete (DaaS) wurden einander gegenübergestellt. In den betrachteten Lebenszyklen wurden die Geräte mehrfach weitergegeben. Das reduzierte die Treibhausgasbilanz von Smartphones in Nutzungsmodellen um mehr als die Hälfte im Vergleich zu gekauften Geräten. Der Rohstoffeinsatz sank demnach sogar um zwei Drittel.

Selbst eine nur einmalige Weiterverwertung von Elektrogeräten hat schon einen signifikanten Nutzen für das Klima. Schon das spart laut der Studie einen Drittel der Treibhausgase ein, weil weniger Geräte neu hergestellt werden müssen. In Elektrogeräten sind Materialien wie Gold, Silber, Kupfer, Platin und andere hochwertige, wiederverwertbare Rohstoffe verbaut.

Vereinte Nationen erwarten weiteren Anstieg des Elektroschrotts

Elektroschrott ist ein enormes globales Problem. Den Vereinten Nationen zufolge sind 2019 rund 53,6 Millionen Tonnen davon entstanden, das entspricht dem Gewicht von 350 Kreuzfahrtschiffen der Größe der Queen Mary 2, einem der größten Passagierschiffe der Welt. Der vermeintliche Schrott hatte einen Gesamtwert von rund 57 Milliarden Dollar. Die UN erwarten, dass die globale Elektroschrottmenge bis 2030 auf 74 Millionen Tonnen steigen wird.

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