Absolventen der Agrarwissenschaften bewerten ihr Studium grundsätzlich positiv. Ohne das Studium wären sie nicht in ihrer heutigen Position. Für den Eintritt ins Berufsleben sehen sie sich demnach gut gewappnet. Außerdem gebe es gute Jobaussichten. Das zeigt eine zum zweiten Mal bundesweit durchgeführte Befragung des VDL-Berufsverbandes Agrar, Ernährung, Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Gießener Institut für Agribusiness.

Allerdings sind Fachhochschulabsolventen zufriedener als die Universitätsabsolventen, findet die Umfrage heraus. Besonders die Betreuung, die Anwendungsorientierung der Studieninhalte mit inhaltlich in das Studium integrierten Praktika wird von den Fachhochschulabsolventen deutlich besser als von den Universitätsabsolventen eingestuft. Andererseits bewerten die Universitätsabsolventen die Qualität des wissenschaftlichen Personals, der fachwissenschaftlichen Spezialisierung und der Forschungstätigkeit deutlich höher als die Fachhochschulabsolventen. Grundsätzlich wünschen sie sich mehr Gastvorträge von Praktikern und dass Lehraufträge an Personen aus der Wirtschaft vergeben werden.

Eher unzufrieden sind die Absolventen mit ihrem Gehalt. Im Durchschnitt erzielen die Berufseinsteiger ein Brutto-Jahresgehalt von 32.000 €. Rund 83,5 Prozent der Befragten fallen so in die Gehaltsgruppe bis zu 40.000 €. Zur Aufbesserung des Gehalts rät der Verband nach drei bis fünf Jahren den Job zu wechseln.

Befristetes Arbeitsverhältnis für die Hälfte der Absolventen

Rund 84 Prozent der Absolventen haben bereits vor Studienabschluss oder zur Zeit des Studienabschlusses mit der Beschäftigungssuche begonnen. Für den ersten Job haben sie sich rund sechs Mal gezielt und drei Mal initiativ beworben. Am häufigsten werden Absolventen im Vertrieb eines Unternehmens eingesetzt. Rund 19 Prozent der Fachhochschulabsolventen und 16 Prozent der Universitätsabsolventen steigen so in den Job ein. Fast die Hälfte, 48,6 Prozent, der Berufsanfänger erhalten ein befristetes Arbeitsverhältnis.

Für die Studie wurden Diplom-, Bachelor- und Masterabsolventen der deutschen Fachhochschulen und Universitäten hinsichtlich des Studiums und des Berufseinstiegs in der Landwirtschaft und dem Agribusiness befragt. Im Vergleich mit der VDL-Studie aus 2011/2012 weichen die Ergebnisse kaum voneinander ab.
Zudem ist nach dem Berufseinstieg zur Aufbesserung des Gehalts im Zeitraum von drei bis fünf Jahren ein Jobwechsel geboten. (az)
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