Ein breit gefächertes Verbundprojekt widmet sich der Verbesserung von Schweinehaltung im Bezug auf die Tiergesundheit, Tierverhalten, Leistung und Wirtschaftlichkeit. Die Forscher vergleichen Haltungssysteme - Gruppenhaltung, Bewegungsbuchten und konventionelle Einzelhaltung - in verschiedenen Ausführungen. Auch Abferkelsysteme werden unter die Lupe genommen: Hier unterscheiden die Forscher einphasige Aufzucht, einphasige Aufzucht und Mast und das derzeitige Standardverfahren mit zwei Umstallungen. In der Forschungsstation Wehnen werden 80 Sauen gehalten, die im Jahr zwischen 25 und 29 Ferkel zur Welt bringen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Suche nach Alternativen zur konventionellen Haltung im Kastenstand. „Ferkelführende Sauen werden in Deutschland und den meisten anderen EU-Ländern nach wie vor für mehrere Wochen im Kastenstand gehalten“, so Gerhard Greif, Präsident der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. „Diese Haltung schränkt die Bewegungsfreiheit der Tiere sehr stark ein und unterbindet ihr arttypisches Verhalten. Es ist wichtig, ein System zu nutzen, das die Bedürfnisse der Sauen in den Vordergrund stellt, wirtschaftlich ist und gleichzeitig auch die Gesundheit der Ferkel schützt.“

Das Projekt wird mit rund 2 Mio. € von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert. Es sind neun Partner beteiligt, darunter die Universitäten Kiel und Göttingen, die Landwirtschaftskammern Schleswig-Holstein und Niedersachsen und die ISN-Projekt GmbH. (lm)
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