Ausbildungsplätze

Anteil unbesetzter Stellen weiterhin hoch

Der Datenreport des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) enthält Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Er ergänzt den jährlichen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung, der am Mittwoch durch das Bundeskabinett verabschiedet worden ist.

Das Schwerpunktthema des Datenreports analysiert die Möglichkeiten und Chancen, Studienabbrecher für die berufliche Bildung zu gewinnen. Vom BIBB befragte Berufsbildungsfachleute sehen hierin einen wichtigen Beitrag, die betriebliche Ausbildungsbeteiligung sowie den Ausbildungs- und Fachkräftemarkt zu stabilisieren.

Für Studierende wiederum hat die duale Berufsausbildung zwar ein gutes Image. Jedoch ergab eine Befragung, dass nur ein geringer Teil der Studierenden rückblickend eine duale Berufsausbildung einem Hochschulstudium vorziehen würde. Und eine vom BIBB in Auftrag gegebene Expertise der Universität Tübingen zeigt, dass bereits rund ein Viertel der Studienabbrecher anschließend eine duale Berufsausbildung erfolgreich abschließt. Studierende mit vorheriger Berufsausbildung haben zudem eine um zehn Prozentpunkte höhere Erfolgschance, ihr Erststudium abzuschließen, als Studierende ohne zuvor abgeschlossene Berufsausbildung.

Offensichtlich wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, das betriebliche Ausbildungsangebot und die Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen zusammenzuführen. Dies zeigt sich daran, dass der Anteil der unbesetzten Stellen weiter gestiegen ist – von 6,9 Prozent auf 7,5 Prozent. Auf der anderen Seite fiel der Anteil der erfolglosen Bewerber an der offiziell ermittelten Nachfrage 2015 mit 13,4 Prozent weiterhin vergleichsweise hoch aus. Das BIBB geht davon aus, dass diese Trends auch im kommenden Jahr anhalten werden.

Ein weiteres Augenmerk widmet der Datenreport der Integration von Personen mit Migrationshintergrund in Ausbildung und Beschäftigung. Hier zeigen die BIBB-Analysen, dass der Übergang in Ausbildung gerade für nicht studienberechtigte Jugendliche mit Migrationshintergrund weiterhin schwierig und langwierig ist. Sie bleiben überdurchschnittlich häufig ohne Berufsabschluss und haben damit ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko.

Die Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt durch die Zuwanderung geflüchteter Menschen waren im vergangenen Jahr noch begrenzt, da zunächst die Unterbringung und Versorgung der Menschen im Vordergrund stand. Die hohe Zahl an Jugendlichen unter den Geflüchteten lässt aber darauf schließen, dass die Nachfrage nach Ausbildungsstellen in den kommenden Jahren zunehmen wird. Dieser Entwicklung will sich das BIBB in weiteren Analysen sowie im Schwerpunktthema des nächsten Datenreports widmen. (az)
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