Karrieretag Kiel

Auch Spaß muss sein

Für manchne Studenten gibt es eine frohe Botschaft: Das Abschlusszeugnis ist nicht alles. "Mir sind ihre Noten so etwas von egal", erklärt Dorothea Sommermeyer, Personalverantwortliche bei der Hage Nord. Viel wichtiger sei, dass sich Studenten auf ihre individuellen Fähigkeiten besinnen. 


Am Agrar-Karrieretag, den die agrarzeitung (az) am Donnerstag gemeinsam mit dem VDL Berufsverband an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel veranstaltet hat, gaben Unternehmen preis, was sie erwarten. "Sucht euch etwas, das Spaß macht", so der Tipp des berufserfahrenen Hans-Joachim Bulla, Geschäftsführer bei dem Spezialisten für Tierernährung, Schaumann. Das Unternehmen sucht jährlich rund zehn neue Mitarbeiter. Auf was hingegen ein Bewerber im Vorstellungsgespräch bei ATR Landhandel vorbereitet sein muss, verriet die Personalexpertin Anna Wulf. Die Antwort auf die Frage: "Warum sollten wir Ihnen den Job geben?", sollte sehr gut überlegt sein. Dass es manchmal ganz anders kommen kann, als geplant, verdeutlichte Sarah Voß, Beraterin bei Agravis. Sie habe sich um eine Vertriebsposition im Rinderbereich beworben und sei dann im Schweinesektor gelandet. Das sei eine zunächst ungeplante, aber gleichermaßen sehr interessante Aufgabe.


Mit dem Schlachtunternehmen Westfleisch, der Bröring Unternehmensgruppe, der Norddeutschen Pflanzenzucht (NPZ) und dem landwirtschaftlichen Buchführungsverband als weitere teilnehmende Unternehmen präsentierten sich insgesamt acht Arbeitgeber mit Agrarprofil den rund 150 interessierten Studenten.




Alle Unternehmensvertreter vermittelten den zukünftigen Absolventen, dass die Chancen für den Berufseinstieg weiterhin exzellent seien. Doch auch bei dieser prächtigen Lage stellen die zukünftigen Arbeitgeber Bedingungen. Zum Beispiel Realitätsnähe. Eine 22-jährige Überflieger-Masterabsolventin sei zum Beispiel mit Einstigsgehaltsvorstellungen von 71.000 € beim Bewerbungsgespräch aufgetreten. Damit sei das Gespräch sehr schnell beendet gewesen, berichtet Benjamin Weil von Bröring. Auch beschrieb Dr. Torben Tiedemann seinen ziemlich lern- und arbeitsintensiven Werdegang bis zum Steurberater für die Landwirtschaft. "Aber der Beruf ist es wert. Sowohl inhaltlich als auch finanziell", betont er. (kbo)




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