Das mit EU-Unterstützung finanzierte Forschungsprojekt BIO-BOARD gibt Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung einen neuen Verwendungszweck. Die internationale Kooperation unter Federführung von Spanien nutzt proteinhaltige Reststoffe wie Molke aus der Käseproduktion oder auch Kartoffelpulpe und Kartoffelfruchtwasser, das bei der Herstellung von Stärke in großen Mengen als Nebenprodukt anfällt.

Das mit 2,4 Mio € ausgestattete Projekt zielt darauf ab, zunehmend unabhängiger von auf Erdölbasis hergestellten Produkten zu werden. Darüber hinaus soll auf die steigende Nachfrage von Verpackungsherstellern nach Biomaterialien reagiert werden können, sagt die Projektverantwortliche Elodie Bugnicourt. Vor allem wird an der Entwicklung von biologisch abbaubaren Beschichtungen für Verpackungen mit den Basismaterialien Papier, Pappe oder Karton gearbeitet.

Nachschub an Biomaterial wäre ausreichend vorhanden, erklärt Bugnicourt. Allein bei der Stärke-Herstellung, die sich in Europa auf rund 50 Mio. t beläuft, würden zu 50 Prozent Abfall anfallen. 

Den Wissenschaftlern ist es gelungen, sich den Anforderungen an moderne Verpackungen weiter anzunähern. Insbesondere geht es um Flexibilität und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Flüssigkeiten. Das über drei Jahre geförderte Projekt ist Ende September ausgelaufen. Weiterer Forschungsbedarf wird jetzt angemeldet. (az)
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