Intersolar 2017

Auszeichnung für eine coole Idee

Milchkühlung mittels Solarenergie – eine Methode, die sich in ländlichen Gebieten Tunesiens und Kenias laut der Uni Hohenheim bereits bewährt hat. Vor allem in Gebieten, die nicht an das Stromnetz angeschlossen seien, sorge das System für die Einhaltung der Kühlkette bei Lagerung und Transport der Milch. Für diese Idee und ihre Umsetzung erhielten nun die Universität Hohenheim, ihr Projektpartner Phaesun GmbH und das Projekt Powering Agriculture von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) den Intersolar Award 2017.

Das solare Milchkühlsystem, das Forscher der Universität Hohenheim unter Leitung von Prof. Joachim Müller speziell für ländliche Regionen ohne Stromanschluss entwickelt haben, sei einfach zu handhaben, heißt es in einer Mitteiling. Dies sei vor allem der Grund für die Auszeichnung in der Kategorie „Herausragende Solare Projekte“. Die Jury würdigte demnach vor allem die potenziellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts.

Milch wird auf Eis gelegt

Die Besonderheit dieser Milchkühlung: Sie verwendet Eis, das mittels Solarstrom bereitet wird. Das Eis wird in einen extra Behälter gefüllt und dieser in die Mitte von isolierten Milchkannen gegeben. So kann man die Milch über mehrere Stunden von innen kühlen und die Vermehrung von Keimen verhindern.

In Zusammenarbeit mit der GIZ testeten die Wissenschaftler das Kühlsystem zunächst für kleine Landwirtschaftsbetriebe in Tunesien. Bei einer Milchproduktion von 50 bis 60 Liter pro Hof galt es, vor allem während des Transports die Kühlung zu gewährleisten.

Zurzeit passen die Forscher mit der GIZ das System an die Verhältnisse in Kenia an: Bei einer Milchproduktion von 1 bis 10 Litern pro Betrieb sind kleinere Behältnisse nötig, und der Milchtransport mittels Motorräder erfordert Kunststoff- statt Edelstahl-Milchkannen. Das Vorhaben startete Anfang 2015 und wird voraussichtlich bis 2020 verlängert. (mrs)
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