Viele BWL-Studierende zweifeln an der Qualität ihres Bachelorabschlusses. Unternehmen sollten „deutlichere Signale" setzen, raten Hochschulexperten. Die meisten Betriebswirtschaftsstudenten sind unsicher bezüglich der Berufsbefähigung des Bachelors. Zwei Drittel von ihnen schließen unverzüglich ein Masterstudium an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung unter rund 5000 BWL-Absolventen, die das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), Gütersloh, 2011 durchgeführt hat.
 
Der am häufigsten genannte Grund für die Aufnahme eines Masterstudiums ist der Wunsch nach einer Verbesserung der eigenen Karrierechancen. Die zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der Anstellungschancen mit einem Bachelorabschluss sei bedauerlich. „Im Rahmen der Befragung konnte festgestellt werden, dass ein Bachelorabsolvent vergleichsweise ähnlich gute Chancen auf eine Anstellung wie ein Master hat", erklären die Autorinnen der Studie, Dr. Mareike Hennings und Isabel Roessler. Zwar fanden die Master am schnellsten eine Stelle, die Zeitspanne von drei Monaten zeige jedoch, dass sich auch Bachelorabsolventen keine Sorgen um den Berufseinstieg machen müssten. Die Höhe des Gehalts wurde in diesem Zusammenhang nicht erfragt.

In der Studie wird Unternehmen, die nach Bachelorabsolventen suchen, geraten, „deutlichere Signale zu setzen, dass auch Bachelors durchaus Chancen auf eine Anstellung haben". Für die Zweifel der Studierenden machen die Autorinnen auch die Einstellung der Professoren mitverantwortlich. Nur 53 Prozent der Fachhochschul- und 30 Prozent der Universitätsdozenten hielten es in der Umfrage vom Jahr 2011 für sinnvoll, dass Studierende nach einem Bachelorabschluss zunächst Berufserfahrung sammelten. In der gleichen Befragung aus dem Jahr 2008 waren es noch über 10 Prozent mehr, die eine Berufstätigkeit vor dem Masterstudium befürworteten. (az)
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