Forum Moderne Landwirtschaft

Bauern so schlau wie noch nie

Agrarstudium bleibt gefragt
Nach der aktuellen Statista-Berechnung für das Wintersemester 2015/2016 ist die Zahl der Studierenden im Bereich Agrarwissenschaften gegenüber dem Vorjahr erneut um 1,92 Prozent auf 17.670 gestiegen. Zum Vergleich: Vor 15 Jahren, im Wintersemester 2000/2001, waren es nur 8.817 Studenten. Im Fach Agrarökonomie beträgt der aktuelle Zuwachs sogar 4,39 Prozent auf 1.806 Studenten. Das ist die mehr als vierfache Studenten-Anzahl im Vergleich zum Wintersemester 2000/2001.
Nie gab es mehr Studierende in den Fächern Agrarwissenschaften und Agrarökonomie. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Studenten verdoppelt beziehungsweise vervierfacht. Das zeigt eine aktuelle Studie von Statista Research im Auftrag des Forums Moderne Landwirtschaft. Die Zahl der selbständigen Landwirte mit Studium hat sich demnach in den letzten fünf Jahren exakt vervierfacht. „Die Landwirtschaft ist in vielen Bereichen zum Innovationstreiber geworden“, sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forums Moderne Landwirtschaft. „Bestens ausgebildete Landwirte brauchen und verfügen heute über ein breites Wissen. So begegnen sie den Herausforderungen von heute und morgen – wie Tierwohl, Umweltschutz und Nachhaltigkeit.“

Jeder zehnte Landwirt hat studiert

Nach der aktuellen Statista-Auswertung ist die Zahl der selbständigen Landwirte mit Abitur im Zeitraum von 2010 bis 2015 von 10.000 auf etwa 20.000 gestiegen. Die Zahl der Landwirte mit Studium vervierfachte sich sogar von 10.000 auf ungefähr 40.000. Damit liegt der Anteil der Akademiker unter den selbständigen Landwirten bei über 10 Prozent.

Landwirte setzen auf technischen Fortschritt

„Moderne Landwirtschaft verfügt bereits und braucht auch künftig ein immer breiteres Wissen“, sagt Professor Michael Schmitz vom Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Justus-Liebig-Universität in Gießen. „Landwirtschaft ist in vielen Bereichen Hightech“, so Schmitz. Autonom fahrende Traktoren und automatische Düngemaschinen machen die Feldarbeit präziser und ressourcenschonender. Drohnen helfen bei der Schädlingsbekämpfung oder dem Tierschutz. Vollautomatische Stallanlagen oder Futterroboter rücken artgerechte Tierhaltung in den Mittelpunkt. Die Fortschrittsbereitschaft vieler Landwirte sei immens, stellt das Forum fest. (SB)
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