„Unsere Studie zeigt, dass bisher nur das deutsche Bio-Siegel und das Fairtrade-Label beim Verbraucher wirklich bekannt sind und Vertrauen genießen“, so Prof. Achim Spiller, der Leiter der Studie. Immerhin 72 Prozent der Verbraucher kennen das deutsche Bio-Siegel, 54 Prozent vertrauen ihm.

In einer online durchgeführten Verbraucherbefragung zum Thema „Nachhaltiger Lebensmittelkonsum und Labelling“ wurden 300 Verbraucher im Alter zwischen 18 und 75 Jahren befragt. Neben den bekannten Siegeln wurden ihnen auch „Fantasie-Siegel“ für Tierwohl, Umweltschutz und fairen Handel gezeigt.

Ein Ergebnis der Studie war daher, dass mehr Konsumenten angeben, ein fingiertes (selbst erfundenes) Umweltlabel zu kennen als das offizielle, verpflichtende EU-Zeichen. Dieses neue, seit 2010 verpflichtende EU-Biosiegel kannten nur 5 Prozent der Konsumenten.

Wenn jetzt immer mehr Bio-Hersteller, weil sie nicht zwei Label parallel verwenden wollen, nur noch das EU-Siegel verwenden, dann bewirkt dies eine massive Verunsicherung der Verbraucherinnen, befürchten die Autoren der Studie.

Allgemein fordern sie, dass der Staat „Licht in den Dschungel“ der vielen Zeichen bringen soll. Ein staatliches Dachlabel, unter dem die verschiedenen Zeichen für umweltfreundliche, klimafreundliche, tierfreundliche oder soziale (faire) Lebensmittel angesiedelt sein sollten, halten die Verfasser der Studie für sinnvoll.  (hed)
stats