Der Reaktor besteht aus Kristallen eines Zeoliths (einem Verbund von Aluminium-, Silizium- und Sauerstoffatomen), die nur wenige Nanometer groß sind. Die Forscher des Paul Scherer Instituts (PSI) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) veränderten die Gebilde so, dass darin zwei Schritte der Herstellung synthetischer Kraftstoffe ablaufen können, was bisher nur mit zwei verschiedenen Reaktoren möglich war. Das neue Konstrukt könnte damit helfen, Kosten bei der Herstellung von künstlichen Treibstoffen zu senken.

„Es ist das erste Mal, dass ein multifunktioneller Nanoreaktor aus Zeolith-Kristallen gebaut wurde“, erklärt Jeroen van Bokhoven, Leiter des Labors für Katalyse und Nachhaltige Chemie am PSI. „Damit vereinen wir erstmals in einem Reaktor die hohe Ausbeute, die die poröse Struktur eines Zeoliths bietet, mit der Fähigkeit, zwei Reaktionsschritte hintereinander in ein und demselben Reaktor auszuführen.“

Das Verfahren der industriellen Herstellung von Treibstoffen ist bereits seit 1925 bekannt. Das durch das so genannte Fischer-Tropsch-Verfahren gewonnene Produkt ist jedoch wesentlich teurer als das herkömmliche, aus Erdöl gewonnene Benzin. Die Kosten der Laborproduktion zu senken ist im Angesicht der weltweit zur Neige gehenden Erdölreserven deshalb ein lohnendes Ziel. (az)
stats