Süß-malzig im Geschmack, bernsteinfarben im Aussehen: Emmer-Bier hebt sich von bekannten Weizenbieren ab. Schon vor 10.000 Jahren sollen die Mesopotamier ihr Bier aus der alten Weizenart Emmer gebraut haben.
 
„Emmer-Bier wird heutzutage hauptsächlich in kleinen Traditionsbrauereien gebraut“, sagt Dr. Friedrich Longin von der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim, der an neuen Anbautechniken für alte Weizenarten wie Emmer, Einkorn und Dinkel forscht. Der Grund sei die aufwändige Herstellung. „Die Abfiltrierung ist schwieriger und das Brauen handwerklich aufwendiger. Auch ist es zähflüssiger als andere Biere", so Longin.

Alte Weizenarten böten nicht nur geschmacklich eine Alternative, sie seien auch gesundheitlich wertvoll, meint Longin. Sie enthielten eine bis zu zehnmal höhere Konzentration an cholesterinsenkenden Sterylferulaten und Vitamin E als Brotweizen sowie den Augenschutzstoff Lutein. 

„Mit der Verwendung von alten Weizenarten kann mehr Vielfalt in den Lebensmittel- und in den Biermarkt gebracht werden“, so das Fazit von Longin, der zu diesen Themen auch Online-Seminare anbietet. Diese Vielfalt lässt sich darüber hinaus bei einem Feld-Infotag der Landessaatzuchtanstalt zu Einkorn und Emmer am 6. Juli 2016 erleben, wo es neben Brot und Anbau auch um Bier gehen wird.

Anlässlich des Jubiläums zum deutschen Reinheitsgebot, das im April 500 Jahre alt wird, veröffentlicht die Universität Hohenheim eine fünfteilige Serie rund um das Thema Bier. (kbo)
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