Ökosysteme mit einer hohen Biodiversität sind produktiver und stabiler gegenüber Schwankungen der Umweltbedingungen als solche mit geringerem Artenreichtum. Zudem passen sie sich besser an Veränderungen durch den Klimawandel an. Dies zeigen Forschende der Universität Zürich an rund 450 Landschaften der Schweiz mit 2.200 Pflanzen- und Tierarten.

Die Forscher untersuchten die Bedeutung der Vielfalt von Pflanzen-, Vogel- und Schmetterlingsarten für die Biomasseproduktion, die aus Satellitendaten geschätzt wurde. Über verschiedene Höhenlagen und klimatische Bedingungen hinweg ergaben die Analysen, dass die Biomasseproduktion in artenreicheren Landschaften höher und im Zeitverlauf stabiler ist. Zudem passen sich solche Landschaften durch verlängerte Vegetationszeiten besser an den Klimawandel an.

Nachweis für bestehende Ökosysteme

Der dramatische weltweite Verlust an Biodiversität ist eines der größten aktuellen Umweltprobleme. Die Reduktion der Artenvielfalt beeinträchtigt auch wichtige Ökosysteme, von denen die Menschen abhängen.

Die bisherige Forschung untersuchte Biodiversitätseffekte vorwiegend auf kleinen Versuchsflächen, auf denen während kurzer Zeit wenige, zufällig ausgewählte Pflanzenarten angepflanzt wurden. Bereits diese Studien haben gezeigt, dass Wiesen mit einer geringeren Pflanzenvielfalt schlechter funktionieren und weniger Biomasse produzieren als artenreichere. Die Forscher aus Zürich haben diese positiven Effekte der Biodiversität nun erstmals für reale Ökosysteme nachgewiesen. (az)
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