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Heute Stroh, morgen Küchenabfälle, übermorgen Mais: Die Biogasanlage von morgen soll ein anspruchsloser Allesfresser sein, der das Maximum aus verschiedenen Ausgangsstoffen herausholt. Und das bei niedrigen Betriebskosten und möglichst reinstem Methangas.

Agrartechniker der Universität Hohenheim sind diesen Zielen näher gekommen. In drei Projekten arbeiten die Forscher am Prototyp einer zweiphasigen Biogasanlage. In einem Jahr soll sie in den Pilotbetrieb gehen. Das Projekt wird mit einem Betrag von mehr 1,7 Mio. € gefördert und ist somit ein Schwerpunkt an der Universität Hohenheim.

Zweiphasig nennt sich die Anlage, da zuerst die verschiedenen organischen Säuren aus dem Biosubstrat in Zuckerverbindungen und Alkohole umgesetzt werden. In einem zweiten Schritt werden diese Substanzen dann in Methan verwandelt. In herkömmlichen Biogasanlagen geschieht das in einem einzigen Fermenter. Eine neue Generation von Biogasanlagen teilt diesen Prozess auf zwei Fermenter auf.

„Die neue Technologie macht sie gewissermaßen zu Allesfressern, die ganz unterschiedliche Arten von Biomasse vergären können“, sagt Dr. Andreas Lemmer von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim. Außer Energiepflanzen können das auch Heu, Stroh oder Küchenabfälle sein. Auch der kurzfristige Wechsel unterschiedlicher Ausgangsstoffe ist dann für die Anlagen kein Problem. (hed)
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