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Brennereien, die aus Weizen, Roggen und Triticale Industrie-Alkohol für Biokraftstoffe destillieren, stellen andere Ansprüche an die Pflanzen als Viehhalter, Müller oder Bäcker.

Damit Brennerei-Besitzer in Zukunft besser beurteilen können, was das angelieferte Getreide für ihre Zwecke taugt, entwickeln Forscher der Universität Hohenheim ein neues Prüfverfahren, das auch den Getreidezüchtern wichtige Informationen für die Sortenentwicklung liefern soll. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fördert ihr Vorhaben mit über 366.000 Euro.

Um Ethanol herzustellen, ändern sich die Qualitätsansprüche an Getreide. Anstelle eines hohen Eiweißgehaltes ist zur Vergärung Stärke gefragt. Diese muss leicht freisetzbar sein und sich leicht in Zuckerverbindungen umsetzen lassen, erklärt Dr. Thomas Senn vom Fachgebiet Gärungstechnologie.

Den Zucker vergären dann Hefe-Kulturen zu Ethanol. Um die Qualität zu bestimmen, nutzt Senn ein sogenanntes Nahinfrarot-Spektrometer, dass das Getreide mit Lichtstrahlen abtastet. Aus der Wellenlänge, die das Licht zurückwirft, kann man auf die Zusammensetzung des Getreides schließen.

Zusätzlich unternimmt die Uni Hohenheim Feldversuche an drei verschiedenen Standorten in der Versuchsstation Ihinger Hof nahe Stuttgart, in der Gegend um Braunschweig und im mecklenburgischen Vipperow. „Damit decken wir gleich mehrere Standorte mit unterschiedlichem Klima und verschiedenen Bodenarten ab“, so Senn. Das dort geerntete Getreide testet der Wissenschaftler dann in der Forschungs- und Lehrbrennerei der Universität Hohenheim.

Während auf den meisten Böden Triticale die beste Ethanol-Ausbeute bringt, ist auf schlechten Böden Roggen, auf sehr guten Böden Weizen am effektivsten. (hed)
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