„Biolandbau unter bio-ökonomischen Aspekten" so lautete der Titel des gestrigen Hochschultages. Veranstaltet wurde er von der Universität Hohenheim, die sich dem Forschungsschwerpunkt Bio-Ökonomie besonders verpflichtet fühlt.

Weltweit steigt der Bedarf an Lebensmitteln, gleichzeitig sollen Pflanzen zunehmend auch Industrierohstoffe und Energieträger ersetzen, die bislang aus Erdöl und Erdgas gewonnen werden. Das Ziel ist so weit wie möglich vom Erdöl unabhängig zu werden – und Bio-Ökonomie so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

„Können wir uns Biolandbau vor dem Hintergrund knapper Biomasse überhaupt noch leisten“, fragte der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Harald Grethe. „Ja, das können wir, wenn wir auch bereit zu einem nachhaltigeren Konsumverhalten sind.“ Eine Schlüsselrolle wies Grethe daher den Konsumenten zu. Dass 60 Prozent der Bevölkerung grundsätzlich dazu bereit seien, ihren Fleischverzehr einzuschränken, deute bereits in die richtige Richtung.

Außerdem sei der Biolandbau ein wichtiges Vergleichssystem zur konventionellen Landwirtschaft. „Vieles, was wir in der konventionellen Landwirtschaft heute anwenden, ist inspiriert durch den Biolandbau – zum Beispiel integrierter Pflanzenschutz, Zwischenfruchtanbau oder das Denken in Nährstoffkreisläufen.“ Gleichzeitig müsse sich der Biolandbau auch den neuen Herausforderungen wie einer Erhöhung der Flächenproduktivität stellen.

Mit Blick auf die Agrarpolitik und die EU-Förderung schließt Grethe: „Ich halte den Biolandbau als einfach zu kontrollierende und vielseitig wirkende Maßnahme weiterhin für förderungswürdig.“ (hed)
stats