Durch die Mithilfe interessierter Bürger ist es möglich, manche Umweltdaten wie Luftqualität, Verkehrsaufkommen, Lärm oder das Vorkommen bestimmter von Tier- und Pflanzenarten umfangreich zu erfassen. Auf der Internetseite www.buergerschaffenwissen.de sind solche Projekte aufgelistet, bei der Bürger mitmachen und damit eine große Menge Daten erheben. Durch hauptberuflich Forschende wäre dies schwer zu bewerkstelligen.

Das Forschungsprojekt „Gewiss“ (Bürger schaffen Wissen – Wissen schafft Bürger) - vom Forschungsministerium (BMBF) gefördert – will jetzt solche Projekte koordinieren. Auftakt ist ein Workshop in Berlin, zu dem über 100 Expertinnen und Experten erwartet werden.

Neben dem großen Potenzial bei der Datenerfassung bietet Citizen Science, wie dieses gebündelte Bürgerwissen genannt wird, aber noch weitere Chancen: die Akzeptanz der Forschung in der breiten Bevölkerung kann verbessert werden. Darüber hinaus wird der Wissenstransfer in die Gesellschaft beschleunigt. Von dieser Partnerschaft auf Augenhöhe sollen sowohl Wissenschaft als auch Bürger profitieren.

In Deutschland ist ein Konsortium aus zahlreichen Institutionen an dem Projekt „Gewiss“ beteiligt. Bei dem heutigen Workshop geht es etwa um Fragen der Datenqualität, um die Auswertung, Veröffentlichung und Umsetzung von Ergebnissen aus den Citizen-Science-Projekten. Es geht auch darum, dass sich Bürger mitverantwortlich fühlen für wissenschaftliche Prozesse. (az)
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