Forschungsprojekt

Daten in der Kette nutzen


Die wachsende Digitalisierung verändert auch die Landwirtschaft. Schon heute kommt eine Vielzahl softwarebasierter Systeme zum Einsatz, um die zahlreichen, auf einem Hof anfallenden Daten verarbeiten und verwalten zu können. Bisher fehlt es allerdings an einer offenen Plattform, die alle Akteure miteinander vernetzt und gleichzeitig Datensicherheit gewährleistet. Das jetzt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 2 Mio. € geförderte Verbundprojekt Offene Software-Plattform für Dienstleistungsinnovationen in einem Wertschöpfungsnetz in der Landwirtschaft (ODiL) will diese Lücke schließen. Die Arbeitsgruppe Verteilte Systeme des Instituts für Informatik der Universität Osnabrück bringt ihre Expertise zu den Aspekten IT-Sicherheit und Datenschutz ein.

Daten dienen als Entscheidungsgrundlage

Die rasante Entwicklung der Sensortechnik und der Datenverarbeitung in Verbindung mit dem Internet ermöglicht heute landwirtschaftlichen Betrieben eine wesentlich präzisere Bearbeitung von Ackerflächen, eine genauere Überwachung und Versorgung ihres Viehbestands und generell eine vollständige Dokumentation der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die generierten Daten dienen dem Landwirt als direkte Entscheidungsgrundlage und helfen ihm, seine Produktivität und Ertragskraft deutlich zu steigern.

Kommunikation in der Wertschöpfungskette

Für die Verarbeitung und Verwaltung der Daten stehen ihm eine Fülle unterschiedlicher Softwaresysteme zur Verfügung, die sich allerdings in der Regel auf Ausschnitte der gesamten Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Verbraucher fokussieren – etwa auf die Datenerhebung von Maschinen in der Feldbearbeitung – die aber nicht immer mit Maschinen oder Softwaresystemen anderer Anbieter kompatibel sind.
Projekt mit vielen Partnern
Im Projekt »ODiL« entwickeln das DFKI Robotics Innovation Center, die Universitäten Bonn, Osnabrück und Würzburg, die Hochschule Osnabrück sowie das Competence Center Isobus e.V. (CCI) und die m2Xpert GmbH & Co. KG eine offene Software-Plattform, die es landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen soll, mit ihren Zulieferern, Dienstleistern und Abnehmern zeitgleich und verlässlich über alle Stufen der Wertschöpfung hinweg zu kommunizieren, ihre Daten gezielt und selektiv zu teilen und sicher auszutauschen.

Dateneigentum durchsetzen

Die neue Plattform ersetzt diese Systeme nicht, sondern verbindet sie miteinander. „Das Besondere an ODiL ist, dass sie den jeweiligen Eigentümern der Daten, also beispielsweise den Landwirtschaftsbetrieben, dabei hilft, beim Datenaustausch innerhalb der Produktionskette ihr Dateneigentum durchzusetzen«, so der Informatiker Prof. Nils Aschenbrock von der Universität Osnabrück.

Vertraulichkeit der Daten gewährleisten

Im Teilvorhaben »Mechanismen zur robusten und sicheren Vernetzung und Datenhaltung bei Schutz von Eigentumsrechten« bringen die Wissenschaftler der Universität Osnabrück Kompetenzen zu fehlertoleranter und ausfallsicherer Kommunikation sowie IT-Sicherheit und Datenschutz ein. „Wir wollen Verfahren konzipieren und implementieren, die Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der übertragenen Daten gewährleisten“, so Aschenbrock. (SB)
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