Digitale Reklame fürs Studium

Die Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen lotet des Werbepotenzial von Facebook aus. Der Weg vom Klick zur Immatrikulation ist allerdings noch nebulös.

Soziale Medien gehören mittlerweile zum Geschäftsalltag. Die Nutzung von Gemeinschaftsportalen ist vor allem für die Werbeabteilungen von Unternehmen interessant. Ob dies auch ein gangbarer Weg für das Hochschulmarketing ist, lotet augenblicklich die Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen aus.

Vienna Gerstenkorn hat am Lehrstuhl „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte" von Prof. Achim Spiller einen Facebook-Testballon gestartet. Fünf Wochen vor dem jetzt beginnenden Semester schaltete sie auf dem sozialen Netzwerk eine Anzeige. Die Werbung für ein agrarwissenschaftliches Studium in Göttingen ließ sich präzise platzieren. Facebooknutzer zwischen 18 und 24 Jahren, bei denen das Wort Landwirtschaft auftaucht, bekamen einen Banner zu sehen. Das war laut Facebook-Statistik 4 Millionen Mal der Fall. 2.500 Nutzer klickten die Anzeige an.

Äußerst vielversprechend findet sie die Möglichkeit, die Zielgruppe bedarfsgenau eingrenzen zu können. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass es mit dem Klicken der Seiten allein nicht getan sei. Von dort aus würde sich schließlich noch niemand für ein Studium einschreiben. Auch sei noch nicht nachvollziehbar, wie viele der Interessenten sich daraufhin für Göttingen als Universität entscheiden oder wie viele erst den Banner klickten, nachdem sie bereits eingeschrieben waren.
Als Marketingmaßnahme für Hochschulen kann sich ein Facebook-Banner im Vergleich zu den Druckkosten von Flyern, rechen. "Das ist eine sehr zielgruppenorientierte Maßnahme", zieht Gerstenkorn ein erstes Fazit. (kbo)
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